Polemik

Polemik ist ursprünglich Streitkunst, ein wissenschaftlicher Streit, eine gelehrte Fehde (gr. polemos = Krieg). In der Theologie bedeutet Polemik die Bekämpfung dogmatischer Anschauungen anderer christlicher Konfessionen. Polemisieren heißt: eine Ansicht bekämpfen. Polemik beharrt immer auf Dogmen, Ansichten, Glauben, nicht auf Wissenschaft. Polemik sucht weniger den Konsens sondern will fundamentalistisch niederkämpfen. Polemik ist demzufolge keine unfaire Rhetorik, sie überspitzt aber streithaft und beharrt unversöhnlich auf der eigenen Meinung. Wenn man sagt, ich will nicht polemisieren, so bedeutet das: ich will versöhnlich argumentieren, eine Brücke bauen, ein Angebot zur Einigung machen. Polemik ist in einigen Punkten notwendig, wenn es z.B. um die Menschenrechte geht. "Du sollst nicht töten" (als Todesstrafe oder im Krieg) ist wissenschaftlich nicht zu begründen. Der christliche Glaube und die Menschenrechte sind wissenschaftlich nicht zu begründen, es sind Ansichten, Einsichten, Glaubenssache. Soziale Rechte dagegen wären wissenschaftlich zumindest empirisch zu begründen, denn soziale Rechte können den sozialen Frieden im Volk erhalten. Wenn es also um soziale Rechte geht werde ich nicht polemisieren sondern Kompromisse suchen. Wenn es um Menschenrechte geht kann ich polemisch werden. Das hält aber jeder so wie er will.

siehe auch: Definition: Große Polemiker...
siehe auch: Dogma
siehe auch "Instanz" in: Eristische Dialektik
siehe auch: Orthodoxie...


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