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Die rhetorische Frage

Eine Rhetorische Frage ist eine Frage, bei der man keine Antwort vom Publikum erwartet.

Es gibt zwei Arten von rhetorischen Fragen

1) rhetorischen Fragen, wo sich die Antwort von selbst ergibt

2) rhetorischen Fragen, wo der Redner die Antwort selbst gibt

 

1) Die klassiche rhetorischen Fragen, wo sich die Antwort unausgesprochen von selbst ergibt

Hier ist die erwartete Antwort im Hirn des Zuhörers immer "Natürlich Ja" oder "Natürlich Nein". Beipiele für die klassiche rhetorische Frage. 

  • Würden Sie Ihr Geld einem Stadtbekannten Betrüger anvertrauen?
     
  • Können Sie etwas dafür, dass Sie als Mann geboren wurden?
     
  • Haben Sie niemals einen Fehler begangen?
     
  • Wollen Sie in einem Unternehmen arbeiten, dessen Börsenwert fünf mal kleiner geworden ist?
     
  • Glauben Sie etwa an den Weihnachtsmann?
     
  • Denken Sie die Syrer lieben Ihre Kinder nicht? 
     
  • Wollen Sie, dass man Ihnen für Ihre Arbeit keinen Lohn zahlt?
     
  • Welche Firma kann es sich heutzutage erlauben, dass man Produkte nicht über deren Website bestellen kann?
     

Wichtig ist, nach diesen Fragen eine Kunstpause einzulegen, damit die rhetorische Frage im Publikum nachschwingen kann.

 

 

So finden Sie eine für Ihre Rede wirksame klassiche rhetorische Frage

Sie machen zunächst eine Aussage, die eine allgemein anerkannte Selbstverständlichkeit beschreibt. Die Aussage fängt an mit

"Alle/Jeder.... "                            oder

"Niemand/Keiner..."

Und diese Aussage stellen Sie dann in Frage. Hier die Beispiele von oben:

Die selbstverständliche Aussage: "Niemand würde sein Geld einem Stadtbekannten Betrüger anvertrauen." Daraus machen Sie die rhetorische Frage: "Würden Sie Ihr Geld einem Stadtbekannten Betrüger anvertrauen?"

Die selbstverständliche Aussage: "Keiner kann etwas dafür, dass er als Mann geboren wurde" Daraus machen Sie die rhetorische Frage: "Können Sie etwas dafür, dass Sie als Mann geboren wurden?"

Die selbstverständliche Aussage:  "Alle haben schon einmal einen Fehler begangen". Daraus machen Sie die rhetorische Frage: "Haben Sie niemals einen Fehler begangen?"

Die selbstverständliche Aussage: "Alle Nationen lieben ihre Kinder". Daraus machen Sie die rhetorische Frage: "Glauben Sie, die Syrer lieben Ihre KInder nicht?"

Die selbstverständliche Aussage: "Niemand glaubt wirklich an den Weihnachtsmann?"  Daraus machen Sie die rhetorische Frage: "Glauben Sie etwa an den Weihnachtsmann?"

 

 

2) Die rhetorischen Fragen, wo der Redner die Antwort gibt

Dann gibt es nocht die zweite Art der rhetorischen Frage. Das sind Fragen, wie man sie von Dozenten und Lehrern hört. "Wie funktioniert der Verbrennungsmotor? Der Verbrennugsmotor hat 6 Einspritzdüsen..."

Da wird eine Frage gestellt, aber die Frage wird vom Redner selbst beantwortet. Ein weiteres Beispiel:

"Ich kam in den Saal. Was hab ich gesehen? Die Bühne war nocht nicht aufgebaut..."

Wieder wurde eine Frage gestellt, "Was hab ich gesehen", die der Sprecher im Anschluss selbst beantwortet hat. 

 

Diese Art der rhetorischen Fragen sollten Sie vermeiden. Denn es verströmt keine Neugier, sondern eher Langeweile. Machen Sie lieber Aussagen daraus. Statt zu fragen: "Ich kam in den Saal. Was hab ich gesehen?" sagen Sie: "Ich kam in den Saal. Und jetzt sag ich Ihnen, was ich dort gesehen habe?..."

Das ist viel spannender.

 

 

Allgemeine Betrachtung zur rhetorischen Frage

Die rhetorische Frage ist definiert als eine Frage, die zu einem anderen Ziel als der gewünschten Antwort führt. Zum Beispiel: "Warum bist du so dumm?" Das ist mehr eine Aussage, oder eine Meinung, über die angeredeten Person, aber es beinhaltet nicht das echte Anliegen wirklich wissen zu wollen, warum der andere so dumm ist. Ähnlich, wenn jemand auf ein tragisches Ereignis reagiert, indem er sagt: "Warum ich, Gott ?!" Es ist eher eine Anklage oder ein Gefühlsausbruch als ein realistisches Begehren um eine Antwort.

Abgesehen von diesen mehr offensichtlich rhetorischen Verwendungen hat die rhetorische Frage als grammatische Form einen wichtige Effekt. Zum Beispiel kann ein Kritiker die Wirkung einer Frage als eine Methode des beginnenden Diskurses beurteilen: "Soll ich dich etwa mit einem Sommertag vergleichen?" sagt eine Person von Shakespeares 18. Sonett. Diese Art der rhetorischen Frage, in der man die Meinung der Zuhörenden fragt, heißt Anacoenosis. Diese rhetorische Frage hat eine bestimmte ethische Dimension, da auf diese Weise in der Regel verlangt den Sprecher an das Publikum und so verbessert seine Glaubwürdigkeit. Der technische Begriff für rhetorische Fragen im Allgemeinen ist erotema.

 

Letztes Update 7. Dezember 2016

 

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