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Sprüche und Zitate zur deutschen Sprache

Hier finden Sie Sprüche und Zitate zur deutschen Sprache von historischen Persönlichkeiten

 

Wer seine Sprache nicht achtet und liebt,
kann auch sein Volk nicht achten und lieben.
  Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)

Ein geistigeres und innigeres Element
als die Sprache hat ein Volk nicht.
Will ein Volk also nicht verlieren,
wodurch es Volk ist, will es seine Art
mit allen Eigentümlichkeiten bewahren,
so hat es auf nichts mehr zu achten,
als daß ihm seine Sprache nicht
verdorben und zerstört werde.
  Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)

Die deutsche Sprache ist nach allgemeinem
Einverständnis eine der wichtigsten der Welt,
tief und schwer an Sinn und Geist,
in ihren Gestalten und Bildungen unendlich
frei und beweglich, in ihren Färbungen und
Beleuchtungen der innern und äußern Welt vielseitig
und mannigfaltig. Sie hat Ton, Akzent, Musik.
Sie hat einen Reichtum, den man wirklich
unerschöpflich nennen kann und den ein
Deutscher mit dem angestrengtesten Studium
eines langen Lebens nimmer umfassen mag.
  Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)

Was die Sprache verwirrt und verrückt
und auf irgendeine Weise den klaren und
lauteren Fluß trübt, das hat auch den Einfluß der
Verwirrung und Trübung des ganzen Volkes.
  Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)

Die Muttersprache kann zu allem übrigen sagen:
Ohne mich könnt ihr nichts tun.
Wer mich verachtet, der wird wieder verachtet von
seinem Zeitalter und schnell vergessen von der Nachwelt.
  Gottfried August Bürger (1747 - 1794)

Die Neigung, sich für fremde Nationalitäten
und Nationalbestrebungen zu begeistern,
auch dann, wenn dieselben nur auf Kosten des
eignen Vaterlandes verwirklicht werden können,
ist eine politische Krankheitsform,
deren geographische Verbreitung
leider auf Deutschland beschränkt ist.
 Otto v. Bismarck (1815 - 1898)

Als ich nach Deutschland kam,
sprach ich nur Englisch -
aber weil die deutsche Sprache
inzwischen so viele englische Wörter hat,
spreche ich jetzt fließend Deutsch!
  Rudi Carrell

Was mich erschreckt,
ist nicht die Zerstörungskraft der Bombe,
sondern die Zerstörungskraft,
die aus dem Herzen kommt.
  Albert Einstein (1879 - 1955)

Unermeßlichen Einfluß auf die ganze menschliche Entwicklung
eines Volks hat die Beschaffenheit seiner Sprache.
  Johann Gottlieb Fichte (1762 - 1814)

Wenn wir alle Fremdwörter,
auch die eingewurzelten, wegließen,
so bliebe vieles Leere ungesagt.
  Stefan George (1868 - 1933)

In jeder Kunst ist es ratsam,
sich an die Meister zu halten und
vor den Systemen zu hüten.
Dies gilt auch von der Kunst,
die Sprache zu gebrauchen.
  Otto Gildemeister

Ich verfluche alle negativen Purismen,
daß man ein Wort nicht brauchen soll,
in welchem eine andere Sprache
Vieles oder Zarteres gefaßt hat.
  Johann Wolfgang Goethe (1749 - 1832)
 (Maximen und Reflexionen)

Die Gewalt einer Sprache ist nicht,
daß sie das Fremde abweist,
sondern daß sie es verschlingt.
  Johann Wolfgang Goethe (1749 - 1832)
 (Maximen und Reflexionen)

Die Sprache zugleich reinigen und bereichern,
ist das Geschäft der besten Köpfe.
  Johann Wolfgang Goethe (1749 - 1832)

Fällt von ungefähr ein fremdes Wort
in den Brunnen einer Sprache,
so wird es solange darin umgetrieben,
bis es ihre Farbe annimmt und seiner fremden
Art zum Trotze wie ein heimisches aussieht.
  Jacob Grimm (1785 - 1836)

In welchen Teil des Wortvorrats man immer greift,
wird, nach überwundener erster Scheu,
man sich bald davon angezogen fühlen.
  Jacob Grimm (1785 - 1836)

Höchste Geistes- und Seelenbildung
bekundet es, alles in seiner
Muttersprache sagen zu können.
  Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831)

Die seit Kriegsende bei uns in alle Bereiche des Lebens
eingedrungene Flut von Amerikanismen
muß endlich wieder zurückgedrängt werden.
  Gustav Heinemann (1899 - 1976)

Deshalb sollte ein wesentlicher Gesichtspunkt
für den Gebrauch jedes Fremdwortes sein,
ob es unersetzbar ist, weil es eine wirkliche Lücke ausfüllt.
Es wird sich dann herausstellen, daß die Verteidigung
von Fremdwörtern oft nur die Verteidigung
der Bequemlichkeit ist, die wir uns nicht erlauben sollten.
  Gustav Heinemann (1899 - 1976)

Wehe unserer Sprache, wenn Fremdwörter
ein Muster des Geschmacks würden.
  Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)

 

Weitere Zitate zur deutschen Sprache



Ein Volk hat keine Idee, zu der es kein Wort hat.
  Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)

Für ein Volk ist seine Sprache etwas Besonderes. In ihr wohnt sein ganzer Gedankenreichtum an Tradition, Geschichte, Religi-on und Grundsätzen des Lebens, sein Herz und seine Seele. Die Sprache, in der ich erzogen bin ist meine Sprache. So wie ein Kind alle Bilder und neuen Begriffe mit dem vergleicht, was es schon weiß, so paßt unser Geist insgesamt alle Sprachen der Muttersprache an. Sie behält er auf der Zunge, damit er nachher desto tiefer in den Unterschied der Sprachen eindringe. Sie behält er im Auge, daß, wenn er dort Lücken entdeckt, er den Reichtum der seinen, liebgewinne und ihre Armut, wo es sein kann, mit fremden Schätzen bereichere. Sie ist der Leitfaden, ohne den er sich im Labyrinth fremder Sprachen verirrt. Nicht um meine Sprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen, sondern ich gehe bloß durch fremde Gärten, um für meine Sprache Blumen zu holen.
 Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)

Die wahre Heimat ist eigentlich die Sprache.
Sie bestimmt die Sehnsucht danach,
und die Entfremdung vom Heimischen
geht immer durch die Sprache am schnellsten
und leichtesten, wenn auch am leisesten vor sich.
  Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835)

Ein Volk, das seine eigene Sprache verlernt,
gibt sein Stimmrecht in der Menschheit auf
und ist zur stummen Rolle
auf der Völkerbühne verwiesen.
  Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852)

In seiner Muttersprache ehrt sich jedes Volk, in der Sprache
Schatz ist die Urkunde seiner Bildungsgeschichte niedergelegt
  Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852)

Es ist keineswegs gleichgültig, wie man die Sachen nennt ...
Der Name schon bringt eine Auffassungstendenz mit sich,
kann glücklich treffen oder in die Irre führen. Er legt sich
wie Schleier oder Fessel um die Dinge.
  Karl Jaspers (1883 - 1963)

Wenn es so weiter geht,
dann können die Deutschen
in zehn Jahren nicht mehr richtig deutsch
und noch nicht richtig englisch.
 Walter Jens (geb. 1923)

Wird die Sprache als Verkehrsmittel behandelt
und ihr Bestand in dieser Absicht aufgeräumt,
so ist damit ein unvermeidlicher Verlust an
historischer und kultureller Substanz verknüpft.
Zugleich werden die Quellen ausgetrocknet,
von denen die Dichtung lebt.
  Ernst Jünger (1895 - 1998)

Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden,
als wenn man ihr den Nationalcharakter,
die Eigenart ihres Geistes und ihrer Sprache nimmt.
  Immanuel Kant (1724 - 1804)

Fremdwörter verraten entweder Armut oder Nachlässigkeit.
  Immanuel Kant (1724 - 1804)

Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das, was gesagt wird, nicht das Gemeinte.
Wenn das, was gesagt wird, nicht das Gemeinte ist, dann sind auch die Taten
nicht in Ordnung. Sind die Taten nicht in Ordnung, so verderben die Sitten.
Verderben die Sitten, so wird die Justiz überfordert. Wird die Justiz überfordert,
so weiß das Volk nicht, wohin es sich wenden soll. Deshalb achte man darauf,
daß die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem.
 Konfuzius (551 - 479 v. Chr.)

Die Sprache kann der letzte Hort der Freiheit sein
 Lew Kopelow

Das Deutsche, die Sprache Luthers, Goethes,
Heines, Fontanes, Bismarcks und Thomas Manns,
ist ein Kulturheiligtum, das wir
nach Kräften zu hüten und vor Entstellungen,
sozusagen den Graffiti-Schnöseleien
zu bewahren haben, die es bedrohen.
  Christian Graf von Krockow (geb. 1927)

Die Sprache einer Nation angreifen,
heißt ihr Herz angreifen.
  Heinrich Laube (1806 - 1884)

Gleichwohl wäre es ewig Schade und Schande,
wenn unsere Haupt- und Helden-Sprache dergestalt
durch unsere Fahrlässigkeit zu Grunde gehen solte,
so fast nichts Gutes schwanen machen dürfte;
weil die Annehmung einer fremden Sprache
gemeiniglich den Verlust der Freiheit
und ein fremdes Joch mit sich geführet.
  Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716)

Ja, es scheint, manche dieser Leute haben ihr
Deutsch vergessen und Französisch nicht gelernt.
Wollte Gott, es wäre jedesmal unter zehn solcher
fliegenden Papiere eines, so ein Fremder
ohne Lachen, ein Patriot ohne Zorn lesen könne.
  Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716)

Sagen sie, daß sie nach vielem Nachsinnen
und Nagelbeißen kein Deutsch gefunden,
so ihre herrliche Gedanken auszudrücken
gut genugsam gewesen, so geben sie wahrlich
mehr die Armut ihrer vermeinten Beredsamkeit
als die Vortrefflichkeit ihrer Einfälle zu erkennen.
  Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716)

Es ist demnach die Meinung nicht, daß man
in der Sprache zum Puritaner werde und mit
einer abergläubischen Furcht ein fremdes,
aber bequemes Wort als eine Todsünde meide,
dadurch aber sich selbst entkräfte
und seiner Rede Nachdruck nehme.
  Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716)

Inzwischen müssen von der Ungewißheit im Reden und
Schreiben notwendig auch die deutschen Gemüter nicht
wenig Verdunklung empfinden, weil die meisten doch
die Kraft der fremden Worte eine lange Zeit nicht fassen
also elend schreiben und übel denken würden;
wie denn Sprache nicht anders als bei einer
einfallenden Barbarei oder Unordnung oder
fremder Gewalt sich merklich verändern.
  Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716)

Alles. was sich nicht mit Mitteln der Volkssprache
auseinandersetzen läßt, damit ist es nichts.
  Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716)

Die größte Deutlichkeit war mir immer auch die größte Schönheit.
  Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781)

"Die wahre Bedeutung eines Wortes in unserer Muttersprache zu verstehen,
bringen wir gewiß oft viele Jahre hin. Ich verstehe auch
zugleich hiermit die Bedeutungen, die ihm der Ton geben kann."
  Georg-Christoph Lichtenberg, (1742-1797)
 Aphorismen (Buch A, 1765-1770)

"Es gibt heuer eine gewisse Art Leute, meistens junge Dichter, die das Wort deutsch
fast immer mit offenen Naslöchern aussprechen. Ein sicheres Zeichen, dass der
Patriotismus bei diesen Leuten auch sogar Nachahmung ist. Wer wird immer mit dem
Deutschen so dicketun? Ich bin ein deutsches Mädchen, ist das etwa mehr
als ein englisches, russisches oder otaheitisches? Wollt ihr damit sagen,
daß die Deutschen auch Geist und Talent besitzen?
Oh, das leugnet nur ein Unwissender oder ein Tor... "
  Georg-Christoph Lichtenberg, (1742-1797)
  Aphorismen (Buch D, 1773-1775)

"Wer nich verständlick spreckt, mot lyden,
dat het dann de Leser nich verstaht,
und düdet als he kan."
 Georg-Christoph Lichtenberg, (1742-1797)
  (Buch B, 1768-1771)

Wie viele Trugschlüsse und Irrtümer ...
gehen auf Kosten der Wörter und ihrer
unsicheren oder mißverstandenen Bedeutung.
  John Locke (1632 - 1704)

 

 

Sprüche zur deutschen Sprache, die zum Nachdenken anregen

Kann die deutsche Sprache schnauben,
schnarren, poltern, donnern, krachen,
kann sie doch auch spielen, scherzen,
lieben, kosen, tändeln, lachen.
  Friedrich von Logau (1604 - 1655)

Zwar wenn keyn anderer nutz an den sprachen were,
sollt doch uns das billich erfrewen und anzuenden,
das es so eyn edle feyne gabe Gottis ist,
da mit uns deutschen Gott itzt so reichlich
fast uber alle lender heymsucht und begnadet.
  Martin Luther (1483 - 1546)

Die Sprachen sind die Scheiden,
darin die Schwerter des Geistes verborgen stecken.
  Martin Luther (1483 - 1546)

Deutsch ist eine der musikalischsten Sprachen
und kommt an Klangfülle der Orgel,
ja dem vollen Orchester vielleicht am nächsten.
  Salvador de Madariaga (1886 - 1978)

Wer so spricht,
daß er verstanden wird,
spricht immer gut.
  Molière (1622 - 1673)

FAST jeder Schneider will jetzund leider
Der Sprach erfahren sein und redt latein,
Wälsch und französisch, halb japonesisch,
Wann er ist doll und voll, der grobe Knoll.

Ihr bösen Teutschen, man sollt´ euch peitschen,
Daß ihr die Muttersprach so wenig acht.
Ihr lieben Herren, das heißt nicht mehren:
Die Sprach verkehren und zerstören.

Ihr tut alles mischen mit faulen Fischen
Und macht ein Mischgemäsch, eine wüste Wäsch
Ihr bösen Teutschen, man sollt´ euch peitschen.
In unserm Vaterland, pfuy ob der Schand!
 Johann Michael Moscherosch (1601 - 1699)

Nehmt Eure Sprache ernst!
Wer es hier nicht zu dem Gefühl
einer heiligen Pflicht bringt,
in dem ist nicht einmal der Keim
für eine höhere Bildung vorhanden.
  Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)

Die deutsche Sprache ist die Orgel unter den Sprachen.
 Jean Paul (1763 - 1825)

Vom Worte werden die Völker länger als vom Gedanken regiert;
das Wort wohnt auf der leichten Zunge fester, als dessen Sinn im Gehirn;
denn es bleibt, mit demselben Tone Köpfe zusammenrufend
und an einander heftend, und Zeiten durchziehend,
in lebendiger Wirkung zurück, indes der ewig wechselhafte Gedanke
ohne Zeichen umfliegt, und sich sein Wort erst sucht.
  Jean Paul (1763 - 1825)

Die Muttersprachen sind die Völkerherzen, welche Liebe,
Leben, Nahrung und Wärme aufbewahren und umtreiben.
Dieses Herz einem Volk ausschneiden, heißt das Lebendige
ins Tot-Gedruckte übersetzen und unter die Presse geben.
Daher ist der Untergang oder die Vertilgung jeder, auch der
ärmsten Sprache, das Verdunkeln und Vertilgen einer Facette
oder Fläche am polyedrischen Auge der Menschheit für das All.
  Jean Paul (1763 - 1825)

Mit jeder Sprache, die ausstirbt,
wird ein Bild des Menschen ausgelöscht.
  Octavio Paz (1914 - 1998)

Die Sprache ist ein Spiegel einer Nation;
wenn wir in diesen Spiegel schauen,
so kommt uns ein großes, treffliches Bild
von uns selbst daraus entgegen.
  Friedrich Schiller (1759 - 1805)

Wie menschlich Menschen sind,
zeigt ihr Umgang mit der Muttersprache.
  Friedrich Schiller (1759 - 1805)

Sprachen sind bei weitem das wichtigste Vehikel
kultureller Entfaltung und zugleich das wichtigste Element
nationaler - übrigens auch persönlicher - Identität.
  Helmut Schmidt (geb. 1918)

Die Frage nach der Berechtigung
der Fremdwörter im Deutschen
ist nicht nur eine nebensächliche Stilfrage,
sondern - und darin hat Fichte recht - es geht hier
um Gesundheit und Krankheit
des deutschen Geistes schlechthin.
  Schmidt-Rohr

Es läßt sich kein wirkungsvolleres Mittel denken,
den Menschen seiner individuellen Handlungsfähigkeit
und Urteilskraft zu berauben, ohne ihm zugleich
physisch Gewalt anzutun, als ihn zur Benutzung
einer entsprechend präparierten Sprache zu bringen.
 Erasmus Schöfer

Schreibt ihr Plattheiten und Unsinn in die Welt,
so viel es euch beliebt, das schadet nicht,
denn es wird mit euch zu Grabe getragen;
ja, schon vorher. Aber die Sprache laßt
ungehudelt und unbesudelt: denn die bleibt.
 Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)

Jeder Wohlgesinnte und Einsichtige ergreife also
mit mir Partei für die deutsche Sprache
gegen die deutsche Dummheit
 Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)

Der hohe Werth des Studiums der alten Sprachen beruht zu Theil darauf, daß wir lernen vor Grammatik und Lexikon Respekt zu haben: wäre es mit Ersterem bei den meisten unserer Sprachverbesserer nicht so elend bestellt; so würden sie nicht so freche Eingriffe in die Regeln und Wörter der Deutschen Sprache thun. - Ohne eine Ahndung davon, daß das Treffende, Bezeichnende, Genaue des Ausdrucks es ist, worauf es ankommt, sind sie bloß bemüht, Silben und Buchstaben abzuzählen, bereit, sich in allen Fällen mit dem à peu pres zu contentiren und dem Leser Einiges zu errathen übrig zu lassen, wenn es nur ein Paar Buchstaben weniger giebt. Dahin geht all ihr Denken und Trachten, und jeder Sudler legt, ohne Umstände, seine Tatzen an, die deutsche Sprache zu verbessern. - Was würde aus der Lateinischen, was aus der Griechischen Sprache geworden seyn, wenn Griechen und Römer sich einer solchen niederträchtigen Buchstabenzählerei ergeben hätten?
 Arthur Schopenhauer(1788 - 1860)

Die verdammte Einhelligkeit in der Aufnahme jedes neuen Sprachschnitzers entspringt aus dem Triebe der Nachahmung, welcher dem großen Haufen, also auch unsern Sprachverbesseren, Leitstern alles ihres Thuns und Treibens und leider auch des Schreibens ist: was irgend Einer geschrieben hat, und sei es ein grober Schnitzer, schreiben sie auf seine Autorität nach: so verbreitet sich die Pest der Sprachverhunzung. Zum Verzweifeln ist, daß nicht Einer eine Spur von eigenem Urtheil zeigt, durch Verwerfung und Verhöhnung eines auftauchenden Schnitzers. Nein, Jeder adoptirt ihn so freudig, wie die Grasmücke den jungen Kukuk, und diese Sprachverbesserer sind einander Gegenstände der Bewunderung und Nachahmung.
 Arthur Schopenhauer(1788 - 1860)

Wer sich selber bis auf den Grund klar ist und ganz deutlich weiß,
was er will und denkt, der wird nie undeutlich schreiben,
wird nie schwankende, unbestimmte Begriffe aufstellen
und zur Bezeichnung derselben aus fremden Sprachen
höchst schwierige und komplizierte Ausdrücke zusammenstellen.
 Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)

...oder ist die deutsche Sprache vogelfrei,
als eine Kleinigkeit, die nicht
des Schutzes der Gesetze wert ist,
den doch jeder Misthaufen genießt?
 Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)

Alle Künste und Sprachen sind von den Deutschen
aufs sinnreichste und gründlichste hervorgezogen,
aber ihrer eigenen Sprache und ihrer selbst
ist von ihnen fast vergessen worden.
Die Fremdgierigkeit scheinet durch ein hartes Verhängnis
sonderlich den Deutschen tief angeboren zu sein.
 Justus Georg Schottel (1612 - 1676)

Der Marxismus besagt, daß die Gemeinschaft der Sprache
eines der wichtigsten Merkmale der Nation ist ...
daß die Nationalsprache die Form der nationalen Kultur ist.
 Jossif Wissarionowitsch Stalin (1879 - 1953)

Die Liebe zur Schrift hat ihre tiefe Ursache
immer in der Liebe zur Sprache. Der Schriftkünstler
will mit seinen Schriftschöpfungen der Sprache
ein neues Kleid für ihre graphische Erscheinung schaffen.
Ob es ein Festgewand oder ein Arbeitsgewand ist -
es soll für seinen Zweck und für seine Zeit schön sein.
 Herbert Thannhaeuser

Nieman kan ouh wol bediuten
kriechische, jüdisch, heidenisch,
syrisch, windisch, kaldeisch,
swer daz mischet in tiutsche getihte
diu meisterschaft ist gar ze nihte.
  Hugo von Trimberg

Verwendet nie ein neues Wort, sofern es nicht
drei Eigenschaften besitzt: Es muß notwendig,
es muß verständlich und es muß wohlklingend sein.
  Francois-Marie Voltaire (1694 - 1778)

Erst in der Sprache nimmt die Welt ihre geistige Gestalt an.
 Karl Voßler

Selbst seine Sprache, dieses einzige heilige,
durch die größten Geister ihm mühsam erhaltene
und neugeschenkte Erbe seines Stammes,
sieht der Deutsche stumpfsinnig
dem Verderbnisse preisgegeben.
  Richard Wagner (1813 - 1883)

Jede Sprache ist der Organisation,
der Läge, dem Genie und Charakter der Nation,
von weicher sie gebildet worden ist, angemessen.
 Christoph Martin Wieland (1733 - 1813)

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.
Ludwig Wittgenstein, Philosoph

Gut Deutsch schreibt nicht, wer zelotisch Begriffe
und Nuancen, um die die Sprache sich zum Glück
bereichert hat, erbittert wieder ausreißt und ihr Niveau
damit auf das eigene herabwirtschaftet,
sondern der empfindliche Kenner und Künstler,
der das fremde Wort dorthin stellt, wo es seinem
unersetzlichen Sinne und dem bereichernden Klange nach,
der Sprache neuen Reiz zuführt, ohne ihrem Geist zuwider zu wirken.
 Arnold Zweig (1887 - 1968)

Diese Sprache, in der Luther donnerte und Heine kämpfte,
Goethe bildete und Schiller hingerissen lehrte,
die mit Schopenhauers Groll ebenso stark,
wie lind mit Kellers Helligkeit tönte, sich in Nietzsche
zur stählernen Härte und Melodie steigerte und in Kleist grausam
und hiebhaft wie das Leben des Genies sich krampfte, mit Jean Paul
die grenzenlose Phantasie und Heiterkeit der zarten Enge wie
mit Lessing die bebende Klarheit der geistigen Leidenschaft offenbarte:
diese Sprache, die heute und für immer von Dichtern und Künstlern getragen wird,
weil in der menschlichen Seele immer Erhabenheiten und Zärtlichkeiten
drängen werden, die so nur auf deutsch sich kundtun werden.
 Arnold Zweig (1887 - 1968)

Wie unbeschreiblich und dem Worte entzogen auch die Eigenheit jeder Sprache sei:
nebeneinandergestellt, schwesterlich, und jede schön und reich
in organischer Mannigfaltigkeit, scheiden sie sich deutlich; und man vergreift sich
an der Fülle der Welt und ihrem Gestaltenreichtum, wenn man sie einander anähnelt.
 Arnold Zweig (1887 - 1968)

 

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Die Alemannen

Die deutsche Sprache

 

 

Letztes Update 28. Dezember 2016