Sprüche und Zitate zur deutschen Sprache
E.M.
Arndt, Otto
v. Bismarck, G.A.
Bürger, R.
Carrell, A.
Einstein, J.G.
Fichte, S.
George, O.
Gildemeister, J.W.
Goethe, J.
Grimm, G.W.F.
Hegel, G.
Heinemann, J.G.
Herder, W.
Humboldt, F.L.
Jahn, K.
Jaspers, W.
Jens, E.
Jünger, I.
Kant, Konfuzius,
Lew
Kopelew, C.Krockow,
H.
Laube, G.W.
Leibniz, G.E.
Lessing,G.-C.
Lichtenberg, J.
Locke, F.
Logau, M.
Luther, S.
Madariaga, Molière,
J.M.
Moscherosch, F.
Nietzsche, J.
Paul, O.
Paz, F.
Schiller, H.
Schmidt, Schmidt-Rohr,
E.
Schöfer, A.
Schopenhauer, J.G.
Schottel, J.W.
Stalin, H.
Thannhaeuser, H.
Trimberg, F.-M.
Voltaire, K.
Voßler, R.
Wagner, C.M.
Wieland, L.
Wittgenstein, A.
Zweig
Wer seine Sprache nicht achtet und
liebt, kann auch sein Volk nicht achten und lieben.
Ernst Moritz Arndt (1769 -
1860)
Ein geistigeres und innigeres
Element als die Sprache hat ein Volk nicht. Will
ein Volk also nicht verlieren, wodurch es Volk ist,
will es seine Art mit allen Eigentümlichkeiten
bewahren, so hat es auf nichts mehr zu achten, als
daß ihm seine Sprache nicht verdorben und zerstört
werde.
Ernst Moritz Arndt (1769 -
1860)
Die deutsche Sprache ist nach
allgemeinem Einverständnis eine der wichtigsten der
Welt, tief und schwer an Sinn und Geist, in
ihren Gestalten und Bildungen unendlich frei und
beweglich, in ihren Färbungen und Beleuchtungen der
innern und äußern Welt vielseitig und mannigfaltig.
Sie hat Ton, Akzent, Musik. Sie hat einen Reichtum,
den man wirklich unerschöpflich nennen kann und den
ein Deutscher mit dem angestrengtesten
Studium eines langen Lebens nimmer umfassen mag.
Ernst Moritz Arndt (1769 -
1860)
Was die Sprache verwirrt und verrückt
und auf irgendeine Weise den klaren und lauteren
Fluß trübt, das hat auch den Einfluß der Verwirrung
und Trübung des ganzen Volkes.
Ernst Moritz Arndt (1769 -
1860)
Die Muttersprache
kann zu allem übrigen sagen: Ohne mich könnt ihr
nichts tun. Wer mich verachtet, der wird wieder
verachtet von seinem Zeitalter und schnell vergessen
von der Nachwelt.
Gottfried August Bürger (1747 -
1794)
Die Neigung, sich
für fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen
zu begeistern, auch dann, wenn dieselben nur auf
Kosten des eignen Vaterlandes verwirklicht werden
können, ist eine politische Krankheitsform,
deren geographische Verbreitung leider auf
Deutschland beschränkt ist.
Otto v. Bismarck (1815 - 1898)
Als ich nach
Deutschland kam, sprach ich nur Englisch - aber
weil die deutsche Sprache inzwischen so viele
englische Wörter hat, spreche ich jetzt fließend
Deutsch!
Rudi Carrell
Was mich
erschreckt, ist nicht die Zerstörungskraft der
Bombe, sondern die Zerstörungskraft, die aus dem
Herzen kommt.
Albert Einstein (1879 -
1955)
Unermeßlichen Einfluß
auf die ganze menschliche Entwicklung eines Volks hat
die Beschaffenheit seiner Sprache.
Johann Gottlieb Fichte (1762 -
1814)
Wenn wir alle
Fremdwörter, auch die eingewurzelten, wegließen,
so bliebe vieles Leere ungesagt.
Stefan George (1868 -
1933)
In jeder Kunst
ist es ratsam, sich an die Meister zu halten und
vor den Systemen zu hüten. Dies gilt auch von
der Kunst, die Sprache zu gebrauchen.
Otto Gildemeister
Ich verfluche alle
negativen Purismen, daß man ein Wort nicht brauchen
soll, in welchem eine andere Sprache Vieles oder
Zarteres gefaßt hat.
Johann Wolfgang Goethe (1749 -
1832)
(Maximen und Reflexionen)
Die Gewalt einer Sprache ist
nicht, daß sie das Fremde abweist, sondern daß sie
es verschlingt.
Johann Wolfgang Goethe (1749 -
1832)
(Maximen und Reflexionen)
Die Sprache zugleich reinigen und
bereichern, ist das Geschäft der besten Köpfe.
Johann Wolfgang Goethe (1749 -
1832)
Fällt von ungefähr ein
fremdes Wort in den Brunnen einer Sprache, so wird
es solange darin umgetrieben, bis es ihre Farbe
annimmt und seiner fremden Art zum Trotze wie ein
heimisches aussieht.
Jacob Grimm (1785 - 1836)
In welchen Teil des Wortvorrats man
immer greift, wird, nach überwundener erster
Scheu, man sich bald davon angezogen fühlen.
Jacob Grimm (1785 - 1836)
Höchste Geistes- und
Seelenbildung bekundet es, alles in seiner
Muttersprache sagen zu können.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel
(1770 - 1831)
Die seit
Kriegsende bei uns in alle Bereiche des
Lebens eingedrungene Flut von Amerikanismen muß
endlich wieder zurückgedrängt werden.
Gustav Heinemann (1899 - 1976)
Deshalb sollte ein wesentlicher
Gesichtspunkt für den Gebrauch jedes Fremdwortes
sein, ob es unersetzbar ist, weil es eine wirkliche
Lücke ausfüllt. Es wird sich dann herausstellen, daß
die Verteidigung von Fremdwörtern oft nur die
Verteidigung der Bequemlichkeit ist, die wir uns
nicht erlauben sollten.
Gustav Heinemann (1899 - 1976)
Wehe unserer Sprache,
wenn Fremdwörter ein Muster des Geschmacks
würden.
Johann Gottfried Herder (1744 -
1803)
Ein Volk hat keine Idee, zu der es
kein Wort hat.
Johann Gottfried Herder (1744 -
1803)
Für ein Volk ist seine Sprache etwas
Besonderes. In ihr wohnt sein ganzer Gedankenreichtum an
Tradition, Geschichte, Religi-on und Grundsätzen des
Lebens, sein Herz und seine Seele. Die Sprache, in der
ich erzogen bin ist meine Sprache. So wie ein Kind alle
Bilder und neuen Begriffe mit dem vergleicht, was es
schon weiß, so paßt unser Geist insgesamt alle Sprachen
der Muttersprache an. Sie behält er auf der Zunge, damit
er nachher desto tiefer in den Unterschied der Sprachen
eindringe. Sie behält er im Auge, daß, wenn er dort
Lücken entdeckt, er den Reichtum der seinen, liebgewinne
und ihre Armut, wo es sein kann, mit fremden Schätzen
bereichere. Sie ist der Leitfaden, ohne den er sich im
Labyrinth fremder Sprachen verirrt. Nicht um meine
Sprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen, sondern
ich gehe bloß durch fremde Gärten, um für meine Sprache
Blumen zu holen.
Johann Gottfried Herder (1744 -
1803)
Die wahre Heimat
ist eigentlich die Sprache. Sie bestimmt die
Sehnsucht danach, und die Entfremdung vom
Heimischen geht immer durch die Sprache am
schnellsten und leichtesten, wenn auch am leisesten
vor sich.
Wilhelm von Humboldt (1767 -
1835)
Ein Volk, das seine
eigene Sprache verlernt, gibt sein Stimmrecht in der
Menschheit auf und ist zur stummen Rolle auf der
Völkerbühne verwiesen.
Friedrich Ludwig Jahn (1778 -
1852)
In seiner Muttersprache ehrt sich jedes
Volk, in der Sprache Schatz ist die Urkunde seiner
Bildungsgeschichte niedergelegt
Friedrich Ludwig Jahn (1778 -
1852)
Es ist keineswegs
gleichgültig, wie man die Sachen nennt ... Der Name
schon bringt eine Auffassungstendenz mit sich, kann
glücklich treffen oder in die Irre führen. Er legt
sich wie Schleier oder Fessel um die Dinge.
Karl Jaspers (1883 - 1963)
Wenn es so weiter
geht, dann können die Deutschen in zehn Jahren
nicht mehr richtig deutsch und noch nicht richtig
englisch.
Walter Jens (geb. 1923)
Wird die Sprache als
Verkehrsmittel behandelt und ihr Bestand in dieser
Absicht aufgeräumt, so ist damit ein unvermeidlicher
Verlust an historischer und kultureller Substanz
verknüpft. Zugleich werden die Quellen
ausgetrocknet, von denen die Dichtung lebt.
Ernst Jünger (1895 - 1998)
Kein größerer Schaden
kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr
den Nationalcharakter, die Eigenart ihres Geistes und
ihrer Sprache nimmt.
Immanuel Kant (1724 - 1804)
Fremdwörter verraten entweder Armut oder
Nachlässigkeit.
Immanuel Kant (1724 -
1804)
Wenn die Worte
nicht stimmen, dann ist das, was gesagt wird, nicht das
Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht das
Gemeinte ist, dann sind auch die Taten nicht in
Ordnung. Sind die Taten nicht in Ordnung, so verderben
die Sitten. Verderben die Sitten, so wird die Justiz
überfordert. Wird die Justiz überfordert, so weiß
das Volk nicht, wohin es sich wenden soll. Deshalb achte
man darauf, daß die Worte stimmen. Das ist das
Wichtigste von allem.
Konfuzius (551 - 479 v. Chr.)
Die Sprache kann der
letzte Hort der Freiheit sein
Lew Kopelow
Das Deutsche, die
Sprache Luthers, Goethes, Heines, Fontanes, Bismarcks
und Thomas Manns, ist ein Kulturheiligtum, das
wir nach Kräften zu hüten und vor
Entstellungen, sozusagen den
Graffiti-Schnöseleien zu bewahren haben, die es
bedrohen.
Christian Graf von Krockow (geb.
1927)
Die Sprache einer
Nation angreifen, heißt ihr Herz angreifen.
Heinrich Laube (1806 - 1884)
Gleichwohl wäre es
ewig Schade und Schande, wenn unsere Haupt- und
Helden-Sprache dergestalt durch unsere Fahrlässigkeit
zu Grunde gehen solte, so fast nichts Gutes schwanen
machen dürfte; weil die Annehmung einer fremden
Sprache gemeiniglich den Verlust der Freiheit und
ein fremdes Joch mit sich geführet.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 -
1716)
Ja, es scheint, manche dieser Leute
haben ihr Deutsch vergessen und Französisch nicht
gelernt. Wollte Gott, es wäre jedesmal unter zehn
solcher fliegenden Papiere eines, so ein
Fremder ohne Lachen, ein Patriot ohne Zorn lesen
könne.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 -
1716)
Sagen sie, daß sie nach vielem
Nachsinnen und Nagelbeißen kein Deutsch
gefunden, so ihre herrliche Gedanken
auszudrücken gut genugsam gewesen, so geben sie
wahrlich mehr die Armut ihrer vermeinten Beredsamkeit
als die Vortrefflichkeit ihrer Einfälle zu
erkennen.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 -
1716)
Es ist demnach die Meinung nicht, daß
man in der Sprache zum Puritaner werde und
mit einer abergläubischen Furcht ein fremdes, aber
bequemes Wort als eine Todsünde meide, dadurch aber
sich selbst entkräfte und seiner Rede Nachdruck
nehme.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 -
1716)
Inzwischen müssen von der Ungewißheit im
Reden und Schreiben notwendig auch die deutschen
Gemüter nicht wenig Verdunklung empfinden, weil die
meisten doch die Kraft der fremden Worte eine lange
Zeit nicht fassen also elend schreiben und übel
denken würden; wie denn Sprache nicht anders als bei
einer einfallenden Barbarei oder Unordnung
oder fremder Gewalt sich merklich
verändern.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 -
1716)
Alles. was sich nicht mit Mitteln der
Volkssprache auseinandersetzen läßt, damit ist es
nichts.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 -
1716)
Die größte
Deutlichkeit war mir immer auch die größte Schönheit.
Gotthold Ephraim Lessing (1729 -
1781)
"Die wahre
Bedeutung eines Wortes in unserer Muttersprache zu
verstehen, bringen wir gewiß oft viele Jahre hin.
Ich verstehe auch zugleich hiermit die Bedeutungen,
die ihm der Ton geben kann."
Georg-Christoph Lichtenberg,
(1742-1797)
Aphorismen (Buch A,
1765-1770)
"Es gibt heuer eine gewisse Art Leute,
meistens junge Dichter, die das Wort deutsch fast
immer mit offenen Naslöchern aussprechen. Ein sicheres
Zeichen, dass der Patriotismus bei diesen Leuten
auch sogar Nachahmung ist. Wer wird immer mit dem
Deutschen so dicketun? Ich bin ein deutsches
Mädchen, ist das etwa mehr als ein englisches,
russisches oder otaheitisches? Wollt ihr damit sagen,
daß die Deutschen auch Geist und Talent besitzen?
Oh, das leugnet nur ein Unwissender oder ein Tor...
"
Georg-Christoph Lichtenberg,
(1742-1797)
Aphorismen (Buch D, 1773-1775)
"Wer nich verständlick spreckt, mot
lyden, dat het dann de Leser nich verstaht, und
düdet als he kan."
Georg-Christoph Lichtenberg,
(1742-1797)
(Buch B, 1768-1771)
Wie viele Trugschlüsse
und Irrtümer ... gehen auf Kosten der Wörter und
ihrer unsicheren oder mißverstandenen Bedeutung.
John Locke (1632 - 1704)
Kann die deutsche
Sprache schnauben, schnarren, poltern, donnern,
krachen, kann sie doch auch spielen,
scherzen, lieben, kosen, tändeln, lachen.
Friedrich von Logau (1604 -
1655)
Zwar wenn keyn
anderer nutz an den sprachen were, sollt doch uns das
billich erfrewen und anzuenden, das es so eyn edle
feyne gabe Gottis ist, da mit uns deutschen Gott itzt
so reichlich fast uber alle lender heymsucht und
begnadet.
Martin Luther (1483 - 1546)
Die Sprachen sind die Scheiden,
darin die Schwerter des Geistes verborgen stecken.
Martin Luther (1483 - 1546)
Deutsch ist eine
der musikalischsten Sprachen und kommt an Klangfülle
der Orgel, ja dem vollen Orchester vielleicht am
nächsten.
Salvador de Madariaga (1886 -
1978)
Wer so spricht,
daß er verstanden wird, spricht immer
gut.
Molière (1622 - 1673)
FAST jeder
Schneider will jetzund leider Der Sprach erfahren
sein und redt latein, Wälsch und französisch, halb
japonesisch, Wann er ist doll und voll, der grobe
Knoll.
Ihr bösen Teutschen, man sollt´ euch
peitschen, Daß ihr die Muttersprach so wenig
acht. Ihr lieben Herren, das heißt nicht
mehren: Die Sprach verkehren und zerstören.
Ihr tut alles mischen mit faulen
Fischen Und macht ein Mischgemäsch, eine wüste
Wäsch Ihr bösen Teutschen, man sollt´ euch
peitschen. In unserm Vaterland, pfuy ob der
Schand!
Johann Michael Moscherosch
(1601 - 1699)
Nehmt Eure Sprache
ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer
heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der
Keim für eine höhere Bildung vorhanden.
Friedrich Nietzsche (1844 -
1900)
Die deutsche Sprache
ist die Orgel unter den Sprachen.
Jean Paul (1763 - 1825)
Vom Worte werden die Völker länger als
vom Gedanken regiert; das Wort wohnt auf der leichten
Zunge fester, als dessen Sinn im Gehirn; denn es
bleibt, mit demselben Tone Köpfe zusammenrufend und
an einander heftend, und Zeiten durchziehend, in
lebendiger Wirkung zurück, indes der ewig wechselhafte
Gedanke ohne Zeichen umfliegt, und sich sein Wort
erst sucht.
Jean Paul (1763 - 1825)
Die Muttersprachen sind die
Völkerherzen, welche Liebe, Leben, Nahrung und Wärme
aufbewahren und umtreiben. Dieses Herz einem Volk
ausschneiden, heißt das Lebendige ins Tot-Gedruckte
übersetzen und unter die Presse geben. Daher ist der
Untergang oder die Vertilgung jeder, auch der ärmsten
Sprache, das Verdunkeln und Vertilgen einer
Facette oder Fläche am polyedrischen Auge der
Menschheit für das All.
Jean Paul (1763 - 1825)
Mit jeder Sprache, die
ausstirbt, wird ein Bild des Menschen ausgelöscht.
Octavio Paz (1914 - 1998)
Die Sprache ist ein
Spiegel einer Nation; wenn wir in diesen Spiegel
schauen, so kommt uns ein großes, treffliches
Bild von uns selbst daraus entgegen.
Friedrich Schiller (1759 -
1805)
Wie menschlich Menschen sind, zeigt
ihr Umgang mit der Muttersprache.
Friedrich Schiller (1759 -
1805)
Sprachen sind bei
weitem das wichtigste Vehikel kultureller Entfaltung
und zugleich das wichtigste Element nationaler -
übrigens auch persönlicher - Identität.
Helmut Schmidt (geb. 1918)
Die Frage nach
der Berechtigung der Fremdwörter im Deutschen
ist nicht nur eine nebensächliche Stilfrage,
sondern - und darin hat Fichte recht - es geht hier
um Gesundheit und Krankheit des deutschen
Geistes schlechthin.
Schmidt-Rohr
Es läßt sich kein
wirkungsvolleres Mittel denken, den Menschen seiner
individuellen Handlungsfähigkeit und Urteilskraft zu
berauben, ohne ihm zugleich physisch Gewalt anzutun,
als ihn zur Benutzung einer entsprechend
präparierten Sprache zu bringen.
Erasmus Schöfer
Schreibt ihr
Plattheiten und Unsinn in die Welt, so viel es euch
beliebt, das schadet nicht, denn es wird mit euch zu
Grabe getragen; ja, schon vorher. Aber die Sprache
laßt ungehudelt und unbesudelt: denn die
bleibt.
Arthur Schopenhauer (1788 -
1860)
Jeder Wohlgesinnte und Einsichtige
ergreife also mit mir Partei für die deutsche
Sprache gegen die deutsche Dummheit
Arthur Schopenhauer (1788 -
1860)
Der hohe Werth des Studiums der alten
Sprachen beruht zu Theil darauf, daß wir lernen vor
Grammatik und Lexikon Respekt zu haben: wäre es mit
Ersterem bei den meisten unserer Sprachverbesserer nicht
so elend bestellt; so würden sie nicht so freche
Eingriffe in die Regeln und Wörter der Deutschen Sprache
thun. - Ohne eine Ahndung davon, daß das Treffende,
Bezeichnende, Genaue des Ausdrucks es ist, worauf es
ankommt, sind sie bloß bemüht, Silben und Buchstaben
abzuzählen, bereit, sich in allen Fällen mit dem à peu
pres zu contentiren und dem Leser Einiges zu errathen
übrig zu lassen, wenn es nur ein Paar Buchstaben weniger
giebt. Dahin geht all ihr Denken und Trachten, und jeder
Sudler legt, ohne Umstände, seine Tatzen an, die
deutsche Sprache zu verbessern. - Was würde aus der
Lateinischen, was aus der Griechischen Sprache geworden
seyn, wenn Griechen und Römer sich einer solchen
niederträchtigen Buchstabenzählerei ergeben hätten?
Arthur Schopenhauer(1788 -
1860)
Die verdammte Einhelligkeit in der
Aufnahme jedes neuen Sprachschnitzers entspringt aus dem
Triebe der Nachahmung, welcher dem großen Haufen, also
auch unsern Sprachverbesseren, Leitstern alles ihres
Thuns und Treibens und leider auch des Schreibens ist:
was irgend Einer geschrieben hat, und sei es ein grober
Schnitzer, schreiben sie auf seine Autorität nach: so
verbreitet sich die Pest der Sprachverhunzung. Zum
Verzweifeln ist, daß nicht Einer eine Spur von eigenem
Urtheil zeigt, durch Verwerfung und Verhöhnung eines
auftauchenden Schnitzers. Nein, Jeder adoptirt ihn so
freudig, wie die Grasmücke den jungen Kukuk, und diese
Sprachverbesserer sind einander Gegenstände der
Bewunderung und Nachahmung.
Arthur Schopenhauer(1788 -
1860)
Wer sich selber bis auf den Grund klar
ist und ganz deutlich weiß, was er will und denkt,
der wird nie undeutlich schreiben, wird nie
schwankende, unbestimmte Begriffe aufstellen und zur
Bezeichnung derselben aus fremden Sprachen höchst
schwierige und komplizierte Ausdrücke
zusammenstellen.
Arthur Schopenhauer (1788 -
1860)
...oder ist die deutsche Sprache
vogelfrei, als eine Kleinigkeit, die nicht des
Schutzes der Gesetze wert ist, den doch jeder
Misthaufen genießt?
Arthur Schopenhauer (1788 -
1860)
Alle Künste und
Sprachen sind von den Deutschen aufs sinnreichste und
gründlichste hervorgezogen, aber ihrer eigenen
Sprache und ihrer selbst ist von ihnen fast vergessen
worden. Die Fremdgierigkeit scheinet durch ein hartes
Verhängnis sonderlich den Deutschen tief angeboren zu
sein.
Justus Georg Schottel (1612 -
1676)
Der Marxismus besagt,
daß die Gemeinschaft der Sprache eines der
wichtigsten Merkmale der Nation ist ... daß die
Nationalsprache die Form der nationalen Kultur ist.
Jossif Wissarionowitsch Stalin
(1879 - 1953)
Die Liebe zur
Schrift hat ihre tiefe Ursache immer in der Liebe zur
Sprache. Der Schriftkünstler will mit seinen
Schriftschöpfungen der Sprache ein neues Kleid für
ihre graphische Erscheinung schaffen. Ob es ein
Festgewand oder ein Arbeitsgewand ist - es soll für
seinen Zweck und für seine Zeit schön sein.
Herbert Thannhaeuser
Nieman kan ouh wol
bediuten kriechische, jüdisch,
heidenisch, syrisch, windisch, kaldeisch, swer daz
mischet in tiutsche getihte diu meisterschaft ist gar
ze nihte.
Hugo von Trimberg
Verwendet nie ein
neues Wort, sofern es nicht drei Eigenschaften
besitzt: Es muß notwendig, es muß verständlich und es
muß wohlklingend sein.
Francois-Marie Voltaire (1694 -
1778)
Erst in der Sprache
nimmt die Welt ihre geistige Gestalt an.
Karl Voßler
Selbst seine Sprache,
dieses einzige heilige, durch die größten Geister
ihm mühsam erhaltene und neugeschenkte Erbe seines
Stammes, sieht der Deutsche stumpfsinnig dem
Verderbnisse preisgegeben.
Richard Wagner (1813 -
1883)
Jede Sprache ist der
Organisation, der Läge, dem Genie und Charakter der
Nation, von weicher sie gebildet worden ist,
angemessen.
Christoph Martin Wieland (1733 -
1813)
Die Grenzen
meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner
Welt.
Ludwig Wittgenstein, Philosoph
Gut Deutsch schreibt
nicht, wer zelotisch Begriffe und Nuancen, um die die
Sprache sich zum Glück bereichert hat, erbittert
wieder ausreißt und ihr Niveau damit auf das eigene
herabwirtschaftet, sondern der empfindliche Kenner
und Künstler, der das fremde Wort dorthin stellt, wo
es seinem unersetzlichen Sinne und dem bereichernden
Klange nach, der Sprache neuen Reiz zuführt, ohne
ihrem Geist zuwider zu wirken.
Arnold Zweig (1887 -
1968)
Diese Sprache, in der Luther donnerte
und Heine kämpfte, Goethe bildete und Schiller
hingerissen lehrte, die mit Schopenhauers Groll
ebenso stark, wie lind mit Kellers Helligkeit tönte,
sich in Nietzsche zur stählernen Härte und Melodie
steigerte und in Kleist grausam und hiebhaft wie das
Leben des Genies sich krampfte, mit Jean Paul die
grenzenlose Phantasie und Heiterkeit der zarten Enge
wie mit Lessing die bebende Klarheit der geistigen
Leidenschaft offenbarte: diese Sprache, die heute und
für immer von Dichtern und Künstlern getragen
wird, weil in der menschlichen Seele immer
Erhabenheiten und Zärtlichkeiten drängen werden, die
so nur auf deutsch sich kundtun werden.
Arnold Zweig (1887 -
1968)
Wie unbeschreiblich und dem Worte
entzogen auch die Eigenheit jeder Sprache
sei: nebeneinandergestellt, schwesterlich, und jede
schön und reich in organischer Mannigfaltigkeit,
scheiden sie sich deutlich; und man vergreift sich an
der Fülle der Welt und ihrem Gestaltenreichtum, wenn man
sie einander anähnelt.
Arnold Zweig (1887 -
1968) |