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Rede: Lernen Sie besser Deutsch

 

 

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Sehr geehrtes deutschsprachiges Publikum!

Finden Sie eigentlich gar nicht verwunderlich mit welcher Selbstverständlichkeit wir es hinnehmen, daß wir einander verstehen?

Wahrscheinlich nicht. Denn wir bemühen uns ja redlich, klar und verständlich zu sprechen. Wir wählen Formulierungen, die dem Zuhörer ein angenehmes Verfolgen der Rede ermöglichen. Und auch wenn der eine oder andere einmal probiert, das Auditorium mit linguistischen Besonderheiten zu faszinieren, funktioniert unsere Kommunikation dennoch einwandfrei.

Denn schließlich haben wir ja alle etwas gemeinsam: wir sprechen nämlich deutsch!

Und welch ein Glück ist es, daß wir alle deutsch sprechen, denn sonst hätten ja alle Reden wenig Sinn. Sie würden mich nicht verstehen oder Sie hätten die Rede von der "Comicswelt" nicht verstanden. So weit, so gut.

Doch lassen Sie mich nun zwei konkrete Beispiele nennen, um zu überprüfen, ob eben Gesagtes der Wahrheit entspricht oder nicht. Es geht um zwei Ereignisse, die in ungefähr so, wie ich sie schildere, eines Tages stattgefunden haben könnten.

Zunächst gibt es einmal die Episode vom deutschen Urlauber, der in die Österreichischen Alpen zum Skifahren kommt. Es handelt sich hierbei um Sven L. (Punkt) irgendwo aus dem Ruhrpott. Dieser befindet sich gerade auf der Terrasse der Jausenstation "Alpenglühn", als er plötzlich, wie vom Blitz des Amor getroffen, auf Rosi S. (Punkt) aus Baden bei Wien aufmerksam wird. Selbstsicher und von den vielversprechenden Blicken der jungen Dame ermutigt setzt Sven zum Dialog an, der in Kurzfassung wie folgt lautet:

Er : Hallo!
Sie: Der Hallo ist schon gestorben...
Er: Aha. Ich bin Sven aus Deutschland. Darf ich Dich auf eine Cola einladen?
Sie: Eine Cola? - das Cola heißt das bei uns!
Er : Ach nee... is ja geil...
Sie: Geil gibt's net! ...wenn, dann heißt das leinwand... - und Du bist alles andere als leinwand. Bitte geh brausen!

So. Ist es vielleicht möglich, daß ich etwas Verwirrung in Ihren Gesichtern ablese? Ich hoffe nicht...

Daher gleich zum nächsten Beispiel! Hier wechseln wir den Standort und begeben uns in ein Kaffeehaus der Hauptstadt, nämlich nach Wien an der Donau. Dort finden wir das Pensionistenehepaar Schulze aus Frechenrieden bei Ihrem ersten Wienbesuch.

Umgeben von Hofräten, Kanzleiräten, Amtsräten, Oberministerialbeamten, eben von allen Persönlichkeiten, die der Wiener Titelwalzer so aufspielen läßt, sitzen Herr und Frau Schulze mit verlorenem Blick in die Speisekarte starrend. Nachdem Sie mit all den so exotisch klingenden Dingen wie zum Beispiel "Topfenpalatschinken", "Kaiserschmarrn" oder gar "Buchtel mit Schlag" nichts anzufangen wissen, winkt Herr Schulze den Kellner herbei. Dieser sofort zur Stelle fragt mit charmantem Wiener Schmäh: "Gnä' Herr... Sie wünschen bitte?" Und Herr Schulze antwortet (man verzeihe mir bitte die Aussprache), er antwortet also: " Zwei Kaffe bitte."

Und außer Herrn und Frau Schulze wundert sich wohl niemand im Kaffeehaus, daß sie der Ober keines Blickes mehr würdigt..., und ich kann es ja verraten, das Ehepaar Schulze sitzt heute noch dort und wartet auf seinen..., na Sie wissen schon.

Jetzt seien Sie einmal ganz ehrlich. Nachdem Sie diesen zwei Episoden aufmerksam gefolgt sind, möchte ich Sie fragen: Hätten Sie sich in diesen Situationen zurechtgefunden?

Falls ja, dann können Sie sicherlich stolz von sich behaupten, der deutschen Sprache mächtig zu sein... Aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es einige unter Ihnen gibt, die so ihre Probleme hätten!

Ich bin Ihnen also auf die Schliche gekommen! Und Sie fühlen sich ertappt. Denn wie kann es sein, daß Sie bestimmte Worte oder Redewendungen nicht verstehen, obwohl Sie in deutscher Sprache geäußert wurden?

Nein! Die Ausrede, es würde sich um österreichisch handeln gilt nicht, denn es sollte ja allgemein bekannt sein, daß es keine österreichische Sprache gibt, sondern nur eine deutsche, und die sprechen Sie wohl. - Oder?

Sie brauchen sich nicht zu genieren, denn seien Sie getrost, dieser Mangel an Sprachkenntnis trifft nicht nur Sie. Es gibt eine Reihe deutscher Staatsbürger, die in manchen sprachverwirrenden Situationen ebenso in die Falle treten.

Sie denken sich vielleicht jetzt, wozu erzählt mir der all das, wo ich doch sowieso nie vorhabe, in die Alpenrepublik zu reisen.

Schon gut, Ihr Einwand wird akzeptiert. Sie bleiben wo Sie sind, aber wir, Homo Austriacus und seine deutsche Sprache, treten über die Grenzen hinweg! Und in diesem Fall kann es sehr schnell möglich sein, daß Sie mit zu geringen Sprachkenntnissen in Konflikt geraten werden.

Ich will nur einige Beispiele nennen: Sind Sie literarisch interessiert dann ist es egal, ob Sie Barockgedichte von Abraham a Sancta Clara, Komödien von Johann Nestroy, Dramen von Hugo von Hoffmanstal, Geschichten von Artur Schnitzler oder vielleicht Peter Handke oder Thomas Bernhard lesen..., denn eines ist gewiß, all diese Größen der Literatur verwenden bestimmte Ausdrücke, die es zu verstehen gilt! Denn nur dann kann man sich meiner Meinung nach dem wahren literarischen Genuß hingeben.

Auch wer lieber Musik hört, kann dann zum Kenner der österreichischen Popmusik zum Beispiel des Wienerliedes zählen, wenn er zwischen den Zeilen lesen und Texte auch verstehen kann. Ob Reinhard Fendrich, Wolfi Ambros, Ludwig Hirsch oder Hansi Hölzl genannt..., einige ihrer Lieder sind es wert, genauer betrachtet zu werden.

Betrachten Sie übrigens auch Schauspieler wie Hans Moser oder den Helmut Qualtinger, deren Filme mehr als sehenswert sind. Nicht zu vergessen unser erfolgreichstes Exportprodukt Arnold Schwarzenegger... Sollten Sie vorhaben, einmal eines seiner Werke anzusehen, dann bitte nur in der Originalversion. Es lohnt sich wirklich!

Diese Aufzählung ließe sich bis ins Unendliche weiterführen. Und falls Sie bis zum heutigen Tage erfolgreich der Spezies des Homo Austriacus entwischen konnten, dann ist es nun passiert!

Glauben Sie mir: es wird der Tag kommen, an dem auch Sie sich in der Situation befinden: konfrontiert mit dem Deutsch aus dem kleinen Nachbarland.

Ob auf der Piste oder im Kaffeehaus, ob in der Literatur oder im TV: es wird um Sie geschehen!

Und damit all das kein zu tragisches Ende nimmt, lassen Sie mich zum Fazit dieser Geschichte kommen. Dieses lautet nämlich:

LERNEN SIE BESSER DEUTSCH ! Warum nicht gleich in einem Rhetorik Seminar

Und um etwaige Anlaufschwierigkeiten gleich vorwegzunehmen, gibt es jetzt von mir ein "Handout":

 

 

Alle Infos zu Rede

So machen Sie einen Rede Aufbau

Hier wird beschrieben, wie Sie eine Rede halten

 

 

Letztes Update: 24. Juli 2019