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Die Gestik beim Reden - Geste und Gesten

Geplante Gesten machen Sie zum Meinungsführer - gepante Mimik sollten Sie jedoch unterlassen

Eine Rede, die als Text vorliegt, macht nur ca ein Drittel der Gesamt-Wirkung aus. Das werden Sie nicht glauben, aber das ist die überprüfbare Wahrheit. Wenn Sie eine Rede vorliegen haben und jemand liefert sie, der weiss, wie er Gestik und Stimmführung einsetzen muss und dem dann jemand gegenüberstellen, der von beiden keine Ahnung hat, dann erst erleben Sie, was Gesten und Intonation für eine fulminante Wichtigkeit haben. 

Zunächst etwas zur Mimik: Unterlassen Sie jegliche Mimik beim Reden! Es steht zwar in Rhetorikbüchern, dass dies ein wichtiges Element einer guten Rede sei, aber die Erfahrung zeigt, dass Mimik immer verschlechternd wirkt und Ihnen die Wirkung raubt. Je weniger Mimik Sie einsetzen, desto höher Ihre Authenzität und Glaubhaftigkeit.  

Anders ist es mit der Gestik. Die Gestik ist ein elementares Mittel, um Glaubhaftigkeit, Meinungsführerschaft und Charisma auszulösen. Mit den richtigen Gesten bekommen Sie eine identische Botschaft von einer Wirkung 30 auf eine Wirkung 100. 

 

 

 

Gesten sind  200'000 Jahre älter als Sprache

Gesten sind viel älter als Sprache. Unsere Vorfahren, als sie noch in Höhlen lebten, haben, bevor sie sprechen konnten, nur Gesten gehabt.  Die Geste für Mammut, die Geste für jagen, die Geste für Feuer.  Als Alexander der Große vor seinem Heer von 40'000 Soldaten zum Angriff gegen die Perser geredet hat, dann haben die hinteren Reihen nichts anderes als Gesten gesehen. Das reichte, um für ihn in den Tod zu ziehen. Wegen dieser 200'000 Jahre älteren Historie, ist die Geste bei uns Menschen viel stärker verdrahtet, als unsere Worte. Deswegen haben Gesten eine so unglaublich starke Wirkung beim Reden vor Publikum

 Wenn Sie zum Publikum sprechen und sagen: "es waren fünf Leute anwesend " und sie zeigen aber gleichzeitig drei Finger, dann wird das Publikum eher den drei Fingern glauben, als ihrem Text "fünf". Wenn Geste und Körpersprache auseinander laufen, glaubt der Mensch der Geste!

 

 

"Stehende Geste" in der Rede

Es gibt einen Trick, wie Sie ihre Botschaft bei Ihrem Publikum vom Verstand ins Unterbewusste absenken können. Der Trick besteht in der "stehenden Geste" -  Damit wird Ihre Botschaft plötzlich geglaubt!

So gehen Sie vor: Nachdem Sie einen bedeutenden Satz beendet haben, lassen Sie Ihre Geste 2 bis 3 Sekunden in die danach entstehende Pause stabil stehen. Es ist sogar so: wenn Sie das nicht tun, glaubt das Unterbewusstsein Ihrer Zuhörer der Botschaft nicht.

Es ist drastisch zu erleben, wie Sie nur durch eine "stehende Geste" ein ganzes Publikum dominieren können. Stellen Sie sich schweigend auf die Bühne, schauen Sie mit langsam bewegenden Kopf das Publikum an und halten Sie dabei ihre Unterarme geöffnet ins Publikum. Diese Geste muss unbewegt stehen bleiben. Sie können so 10 bis 15 Sekunden das Publikum anschauen und Sie werden von denen betrachtet, wie die Schlange vom Kaninchen. Wenn Sie es richtig machen, dann erzeugen Sie durch diese stehende Geste und Ihren schweifenden Blick ein unvergleichliches Charisma und Präsenz.

 

 

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Gestik und Mimik

Ein Verkäufer, der die Vorzüge seines Produkts hervorstreicht, eine Frau, die mit einem Mann flirtet, eine Mutter, die ihr Kind anschreit, ein Fussballer, der sich aggressiv Kopf an Kopf vor einen anderen Fussballer stellt, ein Mensch, der eine Aussage für eine Lüge hält... in all dem steckt eine erkennbare Mimik. Mimik ist eher im Dialog und in der Schauspielerei zuhause, nicht so sehr beim Reden vor Publikum. 

Andererseits können, wie in Stummfilmen zu sehen, Gesten und Mimik  eine Botschaft auch ohne Worte transportieren. Mimik ist im Schauspiel zu Hause, nicht aber beim Reden vor Publikum. In meinem Rhetorikseminar lasse ich bisweilen einen Teilnehmer vor der Gruppe stehend nur laut von 1 bis 15 zählen. Die Mimik muss dabei unbewegt, fast versteinert sein. Es ist lediglich die Geste und der schweifende Blick, welche ihm seine Präsenz beim Publikum verleihen. 

Im Stummfilm war durch den Wegfall der gehörten Sprache eine übertriebene Gestik und Mimik üblich. Wenn Sie dies allerdings als Redner nachmachen, wirken Sie wie ein alter Stummfilmstar. Beispiele dieser Unsitte erlebe ich oft in meinem Rhetorik-Seminar. Mit den Augen rollen, die Mundwinkel verziehen, die Augenbrauen nach oben ziehen oder den Kopf zur Seite legen. Das lassen Sie bitte alles sein. 

 

 

Geste in der Rede

Einstudierte Mimiken wirken aufgesetzt, einstudierte Gesten hingegen (wenn sie sauber trainiert wurden) jedoch nicht. Es ist eine dieser vielen rhetorischen Märchen, dass, wenn jemand wirklich erfasst  vom Thema wäre und wirklich glaube, was er sage, dass er dann automatisch die richtige Gesten machen würde. Das ist nicht meine Erfahrung nach 20 Jahren Rhetorik- und Präsentationstraining.


 


Gesten in der Rhetorik und Ihre Bedeutung

Das bedeuten die Folgenden Gesten

Dominanz:

Barack Obama als stetiger informeller Führer machte es vor: Fassen Sie den Gegenüber von oben väterlich an der Schulter = Ich bin hier der informelle Führer. Das bringt dem anderen in die Rolle des "Geführten"

Dominanz Gesten beim Reden

  • die dominante Faust
  • der dominante Daumen
  • der Zeigefinger (Belehrungsfinger)
  • der Stechfinger
  • das Niederstechen
  • der Pistolenfinger
  • das Zerhackstückeln mit beiden Händen
  • das Dirigieren

Unterlegenheit:

  • das Kratzen am Hals
  • das Berühren der Nase
  • das Streichen über das Gesicht
  • Die Hände betend verschränkt vor sich haltend
  • das Umfassen der eigenen Schultern

 

Ablehnung

  • das Verschränken der Arme (Aber nur in Zusammenhang mit anderen ablehnenden Gesten)
  • Blick zur Seite wenden, während der andere spricht
  • verneinend den Kopf schüttlen

 

Ende Artikel über Gestik und Geste

 

Letztes Update: 09. September 2021