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Gott ist aus der Kirche ausgetreten

 

 

 

 

Nur alle 1.5 Jahre! 

Das "Rhetorik Event der Superlative": Jetzt wieder am 10-11 November 2023 in München

  • Reden vor über 100 Menschen. 17 Reden in 2 Tagen. Reden auf einer Grossbühne. 4 Co-Trainer
  • Sie können als Teilnehmer auf die Bühne (5'600 Euro)
  • Sie können als Zuschauer alle Inhalte mitverfolgen (320 Euro)

 


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Gottesbewusstsein diskutieren 


Meine Damen und Herren, ich weiß ja nicht, ob Sie das damals, wie soll ich sagen, mitgekriegt haben, es ging alles sehr schnell, und es war auch ein bißchen flüchtig. Und fast hatte ich den Eindruck, daß es Absicht war.
Und zwar als neulich die Nachricht um die Erde ging, Gott sei aus der Kirche ausgetreten - , wollten viele das nicht glauben. Verständlich, ist ja logisch. "Nicht wahr, Propaganda und Legende", sagten sie, bis die Oberen und Mächtigen der Kirche sich das schließlich erklärten und in einem sogenannten "Hirtenbrief" folgendes erzählten:

Wir, die Kirche, haben Gott, dem Herrn, in aller Freundschaft nahegelegt, doch das Weite aufzusuchen und aus der Kirche auszutreten und gleich alles mitzunehmen, was die Kirche schon immer gestört:

nämlich seine wolkenlose Musikalität, seine Leichtigkeit und vor allem: Liebe, Hoffnung und Geduld;
seine uralte Krankheit, alle Menschen gleich zu lieben,
seine Nachsicht, seine fassungslose Milde, seine gottverdammte Art und Weise, alles zu verzeihen und zu helfen, sogar denjenigen, die ihn stets verspottet,
seine Herrlichkeit, seine Komik, großzügig bis zur Selbstaufgabe, sein utopisches Gehabe,
seine Vorliebe für die, die gar nicht an ihn glauben,
seine Virtuosität des Geistes überall und allenthalben, auch sein Harmoniekonzept bis zur Meinungslosigkeit, seine unberechenbare Größe und vor allem, seine Anarchie des Herzens undsoweiter undsoweiter.

Darum haben wir, die Kirche, ihn und seine große Güte unter Hausarrest gestellt, äußerst weit entlegen, daß er keinen Unsinn macht.

Viele Menschen, als sie davon hörten, sagten: Ist ja gar nicht möglich, Kirche ist doch Gott, Gott ist doch die Kirche, ist doch eigentlich gar nicht möglich, entschuldige mal, Gott ist doch die Liebe, und die Kirche ist die Macht, und das heißt die Macht der Kirche. - Oder?

Oder geht es nur noch um die Macht?

Andere sprachen: auch nicht schlecht, Kirche ohne Gott, Leute, warum nicht?

Ist ja gar nichts Neues. Gott kann sowieso nichts machen. Heute ist doch wirklich alles anders, nee nee nee, Gott ist out, Gott ist out.

War als Dings, als Werbeträger nicht mehr zu gebrauchen. Und die Kirche hat zur richtigen Zeit das Steuer rumgeworfen: "Kirche ohne Gott" - das ist der neue Slogan.

Doch den größten Teil der Menschen sah man hin und her durch alle Kontinente ziehen. Und sie sagten: Gottseidank, endlich ist er frei.

Kommt, wir suchen ihn.

 

von Hans Dieter Hüsch

 

 

Letztes Update: 06. Juli 2022