Sozialverhalten

(unter dem Gesichtspunkt der Rhetorik)


Das zwischenmenschliche Sozialverhalten ist teils biologisch und teils gesellschaftlich entstanden.

Es gibt eine Grammatik des Sozialverhaltens des Menschen in seinem Körper und in seinen Gesten. Dieses drückt sich aus im Verhalten zwischen den einzelnen Menschen wie etwa bei der Begrüßung oder beim Verhalten zwischen Kindern und Eltern usw., ebenso aber auch im rituellen bzw. protokollarischen Verhalten wie etwa bei Staatsempfängen. Das Imponiergehabe der Männer im Begrüßungstanz bei Naturvölkern ist insofern vergleichbar der militärischen Begrüßung von Staatsgästen, der gespielte Angriff mit Speeren vergleichbar mit dem Salutschießen bzw. dem heutigen "Stillgestanden" bei Staatsfeiern.

Grammatik bedeutet in diesem Fall, daß die Abfolge von Gehabe (behavior) bzw. von Gesten, Bewegung und Choreographie festgelegt ist und somit vergleichbar, wenngleich die einzelnen Gesten unterschiedlich sind: "mann" (meistens sind es ja nur die Männer) zeigt seine Stärke und Bedrohlichkeit und signalisiert gleichzeitig Friedenswillen und Freundschaft, indem er z.B. bewaffnet stillsteht und grüßt.

Die einzelnen grammatikalischen Teile sind dabei wie Buchstaben einer Bewegungsabfolge, die gemeinsam eine Aussage ergeben.

Das gegenseitige Rollenverhalten wird verbal oft mit Abtönungspartikeln ausgedrückt.


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