Referat
Ein Referat ist das Gegenteil einer Rede.
Zitat aus dem Lexikon (dtv): "...das unterscheidet die Rede vom Referat, das nur darstellen, berichten, belehren will."
Ein Referat soll unterrichtsmäßig belehren, wissenschaftliche und sachliche Informationen über das zu referierende Objekt weitergeben. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind keine persönlichen (oder politischen bzw. gesellschaftlichen) Meinungen, sondern nachweisbare Gesetzmäßigkeiten. Ein Referat soll also Wissen vermitteln, keine Meinungen zum Besten geben oder gar zu einer Tat aufrufen. Eine Diaschau, ein Reisebericht, eine Reiseerzählung ist ein Vortrag, keine Rede. Ein Referat soll belehren.
Im Gegensatz dazu darf eine Rede nicht belehren. Ein Redner ist kein Lehrer. Belehrung in einer Rede stößt ab, überzeugt nicht, läßt den Redner eher als "Besserwisser" erscheinen. Eine Rede ist kein wissenschaftlicher Vortrag, kein Bericht, keine Reiseschilderung. Wissenschaft taucht in der Rhetorik auf, nicht in der Rede selbst. Rhetorik ist wissenschaftlich zu ergründen, sie ist ja "zugleich die Lehre von den Wegen (also die Theorie der Rhetorik und deren Methodik), die Rede zur Vollkommenheit beim Reden zu führen". Die Rede selbst also ist kein wissenschaftlicher Vortrag, sie soll kein Wissen vermitteln, sondern sie soll überzeugen, zu einer anderen Meinung, Gesinnung, zu einer Erkenntnis bringen, sie soll im besten Fall auch zu einer Tat auffordern.