Dialektik


Dialektik [griech.] ist die Kunst der scharfsinnigen Gesprächsführung, besonders der wissenschaftlichen Auseinandersetzung (dialektische Methode).

Die Dialektik wurde von Sokrates und Platon zur Methode der Philosophie erhoben. Von der Stoa bis ins 16. Jahrhundert war Dialektik auch Name für die formale Logik. Nach Hegel hat die Logik mit den scheinbaren oder wirklichen Widersprüchen zwischen gültigen Begriffen zu tun. Sie hat die Stammbegriffe des Denkens nicht nur aufzuweisen und zu ordnen, sondern sie als auseinander hervorgehend und ineinander umschlagend zu denken, also die "Selbstbewegung des Begriffs" zu erfassen; damit wird sie zur Dialektik. Da nach Hegel Denken und Wirklichkeit zusammenfallen, ist die Dialektik das innere Bewegungsgesetz nicht nur der Begriffe, sondern auch des wirklichen Seins, besonders der geschichtlichen Welt. Der Grundgedanke seiner Dialektik ist, daß jede Setzung [Thesis] mit innerer Notwendigkeit ihr Gegenteil [Antithesis] aus sich hervortreibt, und daß sich beide in einer höheren Einheit [Synthesis] gegenseitig in einem dreifachen Sinne "aufheben", nämlich überwinden, bewahren und auf eine höhere Ebene emporheben.

Marx hat die Hegelsche Dialektik ihres idealistischen Gehalts entkleidet und sie als das Bewegungsgesetz der wirtschaftlich-gesellschaftlichen Wirklichkeit aufgefaßt. So hat er den historischen Materialismus ausgebaut zu einem umfassenden System, dem dialektischen Materialismus. Engels entwickelte Ansätze zu einer Erkenntnislehre und Naturphilosophie, Marx solche zu einer Philosophie der Mathematik.


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