Die deutsche Sprache

Die deutsche Sprache ist eine der wichtigsten Kultur-, Wissenschafts- und Verkehrssprachen. Mehr als 100 Millionen Europäer sprechen Deutsch, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen deutschsprachigen Ländern wie Österreich, in weiten Teilen der Schweiz, in Liechtenstein, Luxemburg, in Tirol sowie Teilen Norditaliens, Ostbelgiens wird Deutsch gesprochen. Sie ist (neben Russisch) die am meisten gesprochene Muttersprache in Europa und gehört zu den zehn am häufigsten gesprochenen Sprachen der Welt (vgl. Deutsche Kultur International). Dazu kommen viele Millionen Deutsche, die außerhalb Eurpas leben oder ausgewandert sind (z.B. auch Amerikaner in Pennsylvania: Pennsylvaniadeutsch), sodaß bis zu 140 Millionen Menschen (Schätzung) auf der ganzen Welt deutsch sprechen. Außerdem müte man noch die "Mennoniten" im Norden der USA hinzurechnen (weltweit etwa 1Mio) , da die meisten von ihnen auch heute noch deutsch sprechen. Hinzukommt, daß z.B. in den slawischen Ländern (auch in der Türkei) Deutsch als Fremdsprache meist mehr gesprochen wird als englisch. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, daß ausgerechnet Deutsch als die (neben russisch) meistgesprochene Sprache in Europa in der EU nicht anerkannt wird.
Siehe auch: Sprüche zur deutschen Sprache (Verein der deutschen Sprache)
Die Universität Mannheim, das Mannheimer Institut für deutsche Sprache und die deutsche Welle Köln planen eine gemeinsame Internetz-Seite zum Thema „Deutsche Sprache“ Unter der Adresse www.deutsche-sprache.net wollen sie vor allem bei ausländischen Schülern und Studenten Interesse für die deutsche Sprache wecken.

Zur deutschen Sprache gibt es eine Lektüre von Bastian Sick, Ehrenmitglied des Vereins Deutsche Sprache, im Zwiebelfisch bei spiegel.de: Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod..., bitte lesen...


Die Entstehung der deutschen Sprache

(Aktuellste Version hier zu bestellen im Format PDF)

Der Baum der deutschen Sprache zeigt drei Hauptgebiete im Süd- oder Westgermanischen von Ost nach West gegliedert:
  • Elbgermanen (Ermionen: Sueben): von der Ostsee (lat. "mare suebicum" = schwäbisches Meer) bis Elbegebiet
  • Rhein-Wesergermanen (Istwäonen: vorwiegend Franken): von der Weser (Bremen) bis über den Rhein, im Norden bis zur Nordsee, im Westen bis inkl. Niederlande/Holland/Flandern
  • Nordseegermanen (Ingwäonen: Angelsachsen, Friesen, Chauken): ein schmaler Streifen von südlich von Dänemark (ehem. angelsächsisch), Nordseeküste und Nordseeinseln mit Friesland

    Als Streifen von Ost nach West liegt im Norden darüber das Nordgermanische: Schweden, Dänemark, Norwegen, Island.

    Das Englische (angelsächsische) ist laut Elisabeth Fraser also das jetzt fehlende Bindeglied zwischen Niederdeutsch und Dänisch. Nach dem Abzug der Angelsachsen nach Britannien verbreiteten sich die Niederdeutschen bis zur dänischen Grenze.

    Die Germanen kamen ursprünglich alle aus dem Ural und verbreiteten sich Jahrhunderte lang gen Westen bis zum "Schwäbischen Meer": (lat.) "mare suebicum", dies ist die Ostsee. Die Sueben siedelten zu Cäsars Zeiten rund um die Ostsee ("mare suebicum") - Kiel, Rügen, Danzig, heutiges Polen, Riga, Estland, Schweden, Norwegen usw. - und bis zum Elbegebiet, die Alamanni dagegen siedelten um 100 n.Chr. in der Höhe des Mains (etwa heutiges Fulda) und begannen von dort aus in den Süden vorzudringen. Sie überstiegen den Limes, wurden aber von den Römern verjagt. Sie überstiegen den Limes aber zum zweiten Mal und verdrängten die Römer (bis 260 n.Chr.), und bereits anno 280 n.Chr. drangen sie bis an den Rhein vor. Der erste Nachweis der Alamanni findet sich in den römischen Annalen im Jahr 213 n.Chr. Ausführlicheres dazu finden Sie in der Geschichte der Allemanen (Manen heißt nämlich: "Menschen" wie in "man" (dt.) oder "men" (engl.). Da das Allemanische einen - wie im Folgenden ersichtlich wird - großen Einfluß auf die Entwicklung der deutschen Sprache hatte, wird hier diesem Volk besondere Aufmerksamkeit zuteil.

    Wie aus dem Baum der deutschen Sprache weiter ersichtlich wird hat sich das Oberdeutsch aus den Ermionen (Elbgermanen / Sueben) entwickelt, dabei vorwiegend durch die Allemanen, die als erste in den Süden (Schwarzwald, Elsaß und Schweiz: "Germanica superior") gewandert sind. Die Allemanen sind in den römischen Annalen erstmals im Jahr 213 n.Chr. erwähnt, sie waren über den Limes, der grob gesagt am Ostrand des Schwarzwalds über Donaueschingen und dann die Donau entlanglief, in die römisch beherrschten Gebiete Süddeutschlands eingedrungen. Ob der Limes 80 km weiter östlich oder westlich lag erscheint im Weltverhältnis unerheblich. Um den genauen Verlauf des Limes zu sehen schauen Sie sich bitte den exakten Verlauf des Limes an.

    Im 5. Jahrhundert (etwa 450 n.Chr.) kamen die Hunnen nach Europa, die germanischen Stämme flohen, die "Völkerwanderung" begann: Die Vandalen flohen über Südeuropa, (heutiges) Frankenreich nach (heutiges) Spanien. Die Vandalen waren mitnichten "vandalisch" sondern hatten eine hohe Kultur. Sie setzten bei Gibraltar über nach Nordafrika und besetzten das (heutige) Tunesien, Königsstadt wurde Kartago. Heute finden wir die Nachfahren der Vandalen noch als Berber im Atlasgebirge: blond, blauäugig, groß, braunhäutig. Sie haben die Sprache des Landes angenommen.

    Die Westgoten flohen nach (heutiges) Spanien (Königsstadt: Toloedo), sie haben die lateinische Sprache übernommen. Als die Mauren aus Nordafrika kommend Südspanien besetzten (5. Jh. n.Chr.) gingen die Westgoten nach Norden, etwa (heutiges) "Galicia". Daher rührt, daß die Südspanier (blauschwarze Haare, die Musik vom Arabischen stark beeinflußt) eher südlich geprägt sind, die Nordspanier dagegen eher germanisch geprägt sind (abgesehen von der romanischen Sprache): fleißig, ordentlich, arbeitssam, dauernd putzend, dunkelblond, kein Flamenco sondern eher mitteleuropäische Tänze und Musik (inklusive Barcelona bzw. Katalanen).

    Die Hunnen besetzten ein Land von etwa (heutiges) Budapest bis (heutiges) Lörrach, nördlich und südlich des Limes. Reste der hunnischen Sprache finden sich im Alemanischen (etwa im "Hotzenwald" nördlich von Lörrach im Wiesental) wie z.B. im Wort "Ankche" für Butter. In der germanischen Saga (Nibelungen u.a.) ist uns überliefert, daß Krimhilde nach der Ermordung von Siegfried durch Hagen von Tronje sich verehelichte mit Etzel (Attila), sie war eine von mehreren Frauen von Attila und heiratete Etzel aus Rache und gegen den Willen ihres Bruders König Gunther (Worms).

    Die Ostgoten flohen nach (heutiges) Ungarn / Budapest und in den Balkan. Sie verbündeten sich dann aber mit den Römern gegen die Hunnen, weil die Hunnen sein Land besetzten (Ungarn.Hungary="Hunnen Gary"=Hunnen-Land) und wanderten wieder gen Rom um es zu retten. Bedeutend wurde der römische Kaiser "Theoderich der Große" (der erste Germane als römischer Kaiser, "arianischer" Ostgote, 471-526, "Arianer" sind eine christliche Sekte), in der germanischen Sage bekannt als "Dietrich von Bern" (alias Theoderich von Verona). Mit der Unterstützung der (Ost)Goten vertrieben die Römer die Hunnen aus dem Römischen Reich, das hunnische Königreich ging nach dem Tod von Attila allmählich ein, die Hunnen zogen sich zurück.

    Insgesamt ist zu sagen: die europäische Bevölkerung ab 400 n.Chr. vom Balkan über Italien / Spanien / Portugal / Frankreich inklusive Deutschland und Britannien ist eine bunte Vermischung von Kelten, Ertruskern, römischen Legionären und allen Sorten von Germanen. Die nazistische Rassentheorie (beginnend schon ab etwa 1860) ist somit wissenschaftlich und kulturell als völlig absurd zu bezeichnen.

    Im Zeitraum bis zum Jahr 750 n.Chr. wurden jahrhundertelang nur lateinische Texte abgefaßt oder abgeschrieben. Die allgemeine Sprache der Germanen (Franken, Goten und andere) war sowieso eher lateinisch, dagegen war die Sprache der Angeln und Sachsen immer eher germanisch. Die Angelsachsen wanderten etwa seit 450 n.Chr. gen Britannien, zunächst als Bauern und (Gast-)Arbeiter, oft auf Schiffen mit höchsten 80 Mann Besatzung. Die folgenden Jahrhunderte bekämpften sie sich jedoch gegenseitig, jeder Stamm war ein Königreich, zum Schluß blieben nur noch wenige Königreiche übrig. Die germanische Saga berichtet von König Artus und den Normannen (etwa 450 bis 1100 n.Chr.).

    Die Urgermanen sprachen ihr Urgermanisch, vermutlich auf sehr unterschiedliche Weise, jedoch übernahmen sie zunehmend lateinische Wörter (Lehnwörter) für alles was sie nicht kannten wie Kaisar (Cäsar), Fenster, Kellar usw. Über diesen ersten Abschnitt der Entwicklung gibt es keine Urkunden und Texte, jedoch hilft uns die Lingustik ein bißchen weiter. Deutsch entstand - vereinfacht ausgedrückt - aus germanischen Wortstämmen und Silben (Siluben), an welche lateinische Endungen gehängt wurden, dazu lateinische Grammatik eingesetzt wurde, lateinische Wörter (Lehnwörter) für alles, wofür es keine germanischen Wörter gab, wurden übernommen (Fenster, Keller usw.). Das zeigt ein schönes Beispiel, das „Vater unser“ aus der Zeit Karls des Großen: „Ata unsa es in himinam...“ Die germanischen Kerne sind: „Ata“, „uns“ und „Himi“, der Rest sind lateinische Anfügungen. Die Zeit vor 750 n.Chr. kann man sprachlich noch nicht als irgendwie „deutsch“ bezeichnen, es war Germanisch, jedoch entstand Deutsch daraus quasi „fragmentarisch“ (nebenbei: in derselben Zeit entstanden die romanischen Sprachen in Italien, Spanien, Portugal und Gallien aus dem Soldatenlatein).

    Es ist auffallend, daß „Cäsar“ im Italienischen zu „Cesare“ (phon: „Dschesare“), im französischen zu „César“ (phon: „Ssesaar“) und im russischen zu „Zar“ wurde, im Deutschen dagegen nicht zu „Zaisar“ sondern zu „Kaisar“. Linguistisch läßt sich aber daraus ablesen, daß die romanischen Länder, die von römischen Truppen besiedelt wurden, sprachlich eher vom „Soldatenlatein“ oder „Vulgärlatein“ geprägt wurden, welche für „Ce...“ eben „Dsche...“ und nicht „Ke...“ sagten. Dagegen sprach man in Germanien nicht die „Lingua romana“, die Behörden jedoch sprachen lateinisch (römisch), nämlich "Behördenlatein" (phon.: "Kikero" und "Kaesar"). Die Allemanen waren ja bereits 260 n.Chr. am Rhein, um 280 n.Chr. bis inkl. Schwarzwald und Bodensee, um 450 n.Chr. dehnten sie sich nach Norden und Osten (etwa bis zum Lech) aus. Sie hatten also jahrhundertelang eine größere Nähe zu den Römern als die nördlichen Stämme. Durch die Franken im Norden wird der Expansionsdrang der Allemanen seit etwa 600 n.Chr. gebremst, die sich dafür über den Rhein nach Westen (Elsaß) und Süden (Schweiz bis Tirol) ausbreiteten und dort Fuß faßten. Der erste Germane auf dem römischen Kaiserstuhl war Theoderich der Großea, in der deutschen Sage bekannt als „Dietrich von Bern“ (Bern = Verona). Wir finden eine zunehmende Durchwachsung des Germanischen (der Kultur und somit auch der Sprache, besonders auch der Grammatik) durch die römische Sprache und Kultur.

    Auch noch die Urkunden und Erlasse Karls des Großen waren in Latein geschrieben, so richteten sich die Germanen vermutlich nach der Aussprache des „Behördenlateins“, anders ist dies kaum zu erklären. In Rom war es schick gewesen, „Käsar“ und „Kikero“ zu sagen (vielleicht gar geprägt durch die bildungsbestimmenden griechischen Sklaven?), die Aussprache im Behördenlatein war also „Kaesar“. So entstand eben nicht „Zaisar“ sondern „Kaisar“. Geradezu witzig mutet an, daß „cella“ (lat. für Keller) zweimal in die deutsche Sprache Einzug hielt: erstens als „Keller“ (die Behörde bezeichnet den Ort, wo böse Soldaten eingesperrt werden, als „Kella“) und zweitens als „Zelle“ (der Soldat sitzt im Keller, sagt aber „Zella“ und leidet sehr).

    Die Perioden der deutschen Sprachgeschichte

    Um das Nacheinander der Veränderungen seit 750 n.Chr. richtig einordnen zu können, teilen wir die Geschichte der deutschen Sprache in 3 Perioden ein:

    In ihren Grundzügen geht diese Einteilung auf Jacob Grimm (1785-1863) zurück, den älteren der beiden Brüder, denen wir die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen verdanken. Er war ein bedeutender Gelehrter und der Begründer der deutschen Sprachwissenschaft. Allerdings hielt er Martin Luther (1483-1546) für den eigentlichen Schöpfer des Neuhochdeutschen. Darum setzte er die Grenze zwischen Mittel- und Neuhochdeutsch um das Jahr 1500 an. Viel später erst wurde erkannt, daß Luther eine Entwicklung auf die Höhe führte, die schon viel früher begonnen hatte. Deshalb wird heute oft die Periode „Frühneuhochdeutsch“ als eine eigene, selbständige Sprachperiode in das anfangs nur dreiteilige Schema eingeschoben.

    Althochdeutsch (750-1100)

    Vor etwa dem Jahr 750 n.Chr. wurden jahrhundertelang nur lateinische Texte abgefaßt oder abgeschrieben. Danach fingen Gelehrte an, Texte in der Sprache des eigenen Volkes zu schreiben. So gibt es seit etwa zwölf Jahrhunderten schriftliche und seit dem 15. Jahrhundert (Gutenberg) auch gedruckte Überlieferungen in deutscher Sprache. Das bedeutet etwa zwölf Jahrhunderte deutscher Sprachgeschichte.

    Wurde aber wirklich um 750 schon „deutsch“ geschrieben, und hat Karl der Große, als er im Jahre 768 zum König der Franken gekrönt wurde, sein Heer schon „auf deutsch“ begrüßt?

    Karl wurde auf einer der reichen Besitzungen seiner Familie im oberen Moseltal, in der Gegend um Metz, geboren, und er selbst nannte seine Muttersprache „fränkisch“. Er beherrschte ein gewaltiges Reich, fast ganz Frankreich, das schon seine Vorfahren den Römern abgewonnen hatten, Oberitalien und das germanische Land bis an die Elbe und die Saale. Der germanische Frankenstamm hatte die anderen Germanenstämme, die Allemanen und Bayern, und Karl selbst dazu noch die Sachsen unterworfen. Sie gehörten seither zum Frankenreich, aber ihr Streben nach Selbständigkeit war ungebrochen, und ihre Sprachen nannten sie „fränkisch“, „allemanisch“, „bayerisch“ und „sächsisch“, genauer aber: „thüringisch“ (dieses sind auch die Kernwurzeln der deutschen Sprache - siehe Grafik).

    Als zweiter Zweig kamen nun also die fränkischen Einflüsse hinzu (Istwäonen: Rhein-Weser-Gebiet, das Frankenreich umfaßte aber auch das heutige Nordfrankreich), die weiteren Seiteneinflüsse sind grafisch gut erkennbar, woraus dann das Althochdeutsch entstand:

    Im Westen und Süden des Reiches (heutiges Frankreich) sprachen die Einheimischen wie schon vor der fränkischen Eroberung immer noch die „Lingua Romana“, die Sprache Roms (genauer gesagt aber in der Aussprache der Soldaten, also „Soldatenlatein“ / „Vulgärlatein“). Die Westgermanen konnten diese fremde Sprache nicht verstehen. Wohl aber verstanden sich die Germanen trotz ihrer verschiedenen Mundarten untereinander. Darum nannte Karl in seinen (lateinisch geschriebenen) Urkunden und Erlassen diese Sprachen die „Lingua theudisca“. Das war ein künstlich gebildetes Wort, abgeleitet von germanisch „the-uda“ = „der Stamm“ oder „das Volk“ („the-u-disca“, die einigen Stämme), bedeutet also „die Sprache des eigenen Volkes“ im Gegensatz zu der Sprache der Romanen. Daher erklärt sich auch der Unterschied, daß die italienische Bezeichnung für deutsch „tedesco“ ist, jedoch in den anderen romanischen Sprachen (span., portug. und franz.) „aleman“, weil die Allemanen eben die nächstliegenden Nachbarn in den deutschen Landen waren. Aus „the-u-disca“ wurde „diutiscun“, ---> „the-utsch“ ---> „theutsch“ ---> „deutsch“, „dutch“ (eng.), „diuts“ oder „duits“ (holl.), „tuisk“ (schwed.).

    Jacob und Wilhelm Grimm waren überzeugt, daß man die Sprachperioden allein nach den äußerlichen Merkmalen der Lautentwicklung einteilen könne. Das reicht zwar, wie wir heute wissen, bei weitem nicht aus. Doch liegen darin Möglichkeiten, einen unbekannten Text zeitlich und oft auch räumlich wenigstens vorläufig einzuordnen.

    Vor allem lassen sich die drei hochdeutschen Stammesmundarten auf Grund des Lautbestandes von den niederdeutschen (dem „Altsächsischen“) unterscheiden. Die Gebetszeilen lauten z.B. im altsächsischen „Heliand“, der um 840 entstand, wie folgt:
    Gewihid si thin namo. Cuma thin craftag riki. Werda thin willeo so sama an erdo, so thar uppe ist an them hohon himilrikea.

    Im Vergleich mit dem althochdeutschen Text nimmt man mancherlei Unterschiede wahr, auch in der Wortwahl (giheilagot: gewihid = „geweiht“) und in den Endungen (queme, willo, erdu: cuma, willeo, erdo). Aber wichtiger sind die Lautunterschiede, die besser im Vergleich mit dem Text von 1200 zu erkennen sind. Statt „rich“ und „uf“ hat der Heliand „riki, uppe“. Und gegenüber dem „zuchome“ (heutiges allemanisch: „zuëchome“ = zukommen) steht in einem altenglischen Text „tobecume“ (to become = zubekommen, heute "zu werden"). Aus den germanischen Lauten „p, t, k“, die das Altenglische und das Altsächsische behalten haben, sind im Fränkischen, Allemanischen und Bayerischen nach bestimmten Regeln andere entstanden: „f“ (ship-->Schiff) bzw. „pf“ (pipe-->Pfeife), „s“ (out-->aus) bzw. „z“ (tonguë-->:Zunge) entstanden, und auch Vokale haben sich geändert. Man nennt diesen Vorgang die „althochdeutsche Lautverschiebung“ (oder die von den Allemanen ausgehende 2. Lautverschiebung gegenüber der nicht datierbaren ersten oder germanischen, die die germanischen Sprachen von allen anderen indogermanischen Sprachen unterscheidet) und nennt die drei Mundarten, in denen diese Veränderungen vorkommen, die „hochdeutschen“ Mundarten. Daß wir heute hochdeutsch „Wasser, schlafen, Küche“ sagen, wo es niederdeutsch „Water, slapen, Köke“ heißt, ist eine Folge der 2. Lautverschiebung (etwa 7. Jh. n.Chr.). Das Niederdeutsche hat die alten „p, t, k“ bis heute zäh festgehalten. Deshalb ist es, obwohl es an der deutschen Verkehrsgemeinschaft seinen Anteil hat, niemals „hochdeutsch“ geworden, und auch die hochdeutschen Sprachperioden lassen sich nicht auf das Niederdeutsche anwenden. Entgegen der weitverbreiteten falschen Annahme, Hochdeutsch käme auch dem hohen Norden kommt es vielmehr aus dem Hochland, also den eher südlichen Sprachen (vorwiegend allemanisch und fränkisch), das Niederdeutsch dagegen aus dem Norden, das heißt dem Tiefland, den niederen Landen im Norden.

    Erstmals um das Jahr 1000 tauchte die Bezeichnung „in diutiscun“, d.h. „auf deutsch“ auf. Der gelehrte Allemane, der so schreibt, hat also begriffen, daß fränkisch, bayerisch, allemanisch und sächsisch nur besondere Formen einer gemeinsamen Sprache sind. Gleichzeitig wird erkennbar, daß das Allemanische bestimmend wurde - eigentlich besser: „ale-manisch“, denn die „Manen“ sind „Menschen“ (engl. „men“) des eigenen Volkes, Manen können auch Frauen sein (das holländische alman wird übersetzt mit jedermann). Im Allemanischen gibt es heute noch ein Kinderlied, das ich als Kind in Meßkirch gelernt habe: „Ale Mane sind halt Pu-ëschde...“ (Puëschde sind Helden, Sieger).

    Zurück zur Sprachentwicklung: Deutlich erkennt man im Wort „diutiscum“ die Wirkung der Verkehrsgemeinschaft in einem politischen Großraum. Denn nachdem das weite Frankenreich unter den Nachfolgern Karls des Großen mehrmals aufgeteilt wurde, entstand in seinem Ostteil (rechtsrheinisch) die große politische Einheit, aus der später das Reich der Deutschen hervorgehen sollte. Die politische Verbundenheit führt zu einem Gefühl der Einheit. Die einzelnen Stämme erkennen, daß sie zwar etwas Eigenes darstellen, daß sie aber alle einer Kultur, einem Reich angehören und deshalb auch nach außen hin gemeinsame Interessen zu wahren haben.

    Dabei ist die Entstehung der gemeinsamen Sprache innerhalb des politischen Großraums vor allem auf den kulturpolitischen Willen Karls des Großen zurückzuführen. Immer wieder schärfte er den hohen Geistlichen ein, sie sollten für die Ausbreitung und Vertiefung des Christentums sorgen, und sie sollten die christliche Lehre in den Landessprachen verkünden. Das war im Westreich nicht allzu schwierig, wo ja die Sprache Roms, wenn auch in gewandelter Form, noch weiterlebte.

    Im germanischen Osten (rechtsrheinisch) war dazu aber eine gründliche Neugestaltung der Sprache nötig. Denn die vor kurzem noch heidnischen Stämme kannten die christlichen Glaubensvorstellungen und die Lehre noch kaum. Tausende von neuen Wörtern mußten gefunden werden, um die lateinischen Texte der Bibel und der Kirchenlehrer in die Volkssprache zu übertragen, und diese äußerst schwierige Aufgabe hatten die vier Stämme gemeinsam zu lösen. So entstand aus den vier noch heidnisch geprägten Stammessprachen die christliche deutsche Kultursprache und gleichzeitig auch das Bewußtsein der Gemeinsamkeit, das mit dem Wort „deutsch“ ausgedrückt wird.

    Wollten wir sehr genau sein, so dürften wir für die ersten drei Jahrhunderte unserer Sprachgeschichte noch nicht von einer deutschen Sprache reden. Aber Karl der Große hat den politischen Raum geschaffen, der zum Sprachraum wurde, und er hat die große kulturelle Aufgabe gestellt, die die vier Stämme gemeinsam bewältigten. So rechnen wir auch für diese Zeit bereits mit einer deutschen Sprache, denn es ist die Zeit des „werdenden Deutsch“.

    Zwölf Jahrhunderte sind eine lange Zeit, in der mancherlei Veränderungen in der Sprache vorgehen. Schon wenige Zeilen aus dem Vaterunser können das zeigen.

    Um 825 schreibt ein Mönch im Kloster Fulda:
    si giheilagot thin namo, queme thin rihhi, si thin willo, so her in himile ist, so si her in erdu.

    Mittelhochdeutsch (1100-1500)

    Im Kloster Milstatt in Kärnten lautet derselbe Text um 1200:
    geheiliget werde din name. zuchom uns din rich. din wille werde hie uf der erde als da ze himele.

    Wurde das Althochdeutsch noch aus dem Urgermanischen geptägt, so wurde das Mittelhochdeutsch prior vom Allemanischen geprägt.

    Walter von der Vogelweide (1170-1230) schrieb:

    (Im Versuch einer phonetischen Schreibweise)
    Icch saz uff eime Schtejne
    und dochte Bejn mit Bejne.
    Daruff satzt icch den Ellenboggen
    - ich hät äs in min hand geschmoggen das Kchinn
    und ejn min Wange.
    Ich saß auf einem Steine
    und dachte nach, Bein über Bein geschlagen
    darauf setzte ich den Ellenbogen
    ich hatte es (das Kinn) in meine Hand geschmiegt das Kinn
    und hinein meine Wange.
    Do docht icch mir viel lange
    wie man zer werlte sullte lebben.
    Dehejnen Rat kond ich gegebben
    wie man drü ding erwurbe
    des ccheines niccht verdurbe....
    Da dachte ich lange darüber nach
    wie man auf dieser Welt sollte leben.
    Keinen anderen Rat konnte ich mir geben
    wie man drei Dinge erwürbe,
    deren keines verdürbe.
    (Weiter in der originalen damaligen Schreibweise)
    Diu zwei sint êre und varnde guot,
    daz dicke ein ander schaden tuot.
    Daz dritte ist gotes hulde,
    der zweier übergulde.
    Zwei davon sind Ehre und Reichtum (Güter)
    die beide sich oft befeinden,
    das dritte ist Gottes Huld,
    die beide mit ihrem Gold überstrahlt.
    Die wolte ich gerne in einen schrîn:
    Ja leider desn mac niht gesîin,
    daz guot und weltlich êre
    und gotes hulde mêre
    zesamene in ein herze komen.
    Die wollte ich gern in einem Schrein,
    doch leider, dieses kann nicht sein,
    daß Reichtum und weltliche Ehre
    und dazu noch Gottes Gnade
    in einem Herzen zusammentreffen.
    Stîg unde wege sint benomen;
    Untriuwe ist de sâze,
    gewalt vert ûff der strâze,
    fride unde reht sint sêre wunt.
    Diu drui enhabnet geleites niht,
    diu zwei enwerden ê gesunt.

    Strophe 1 von 3
    Stege und Wege sind ihnen verstellt,
    Verrat (Untreue) ist angesagt,
    Gewalt herrscht auf der Straße,
    Friede und Recht sind stark verwundet.
    Die drei haben weder Schutz noch Sicherheit (Geleit)
    solange die zwei nicht ganz genesen.

    Als ich dieses Gedicht zum erstenmal in der Schule hörte wurde es fatalerweise in plattdeutscher Aussprache vorgetragen mit „ssspitzem Ssstain“. O wie falsch! - Das mittelhochdeutsche war vorwiegend allemanisch (im Norden als "Schwyzerdüütsch" definiert) geprägt. Also muß man diesen Text allemanisch vortragen (das heißt: in Norddeutschland „schwizerdüütsch“ / Südschwarzwald) um einen Annäherungswert zu erzeugen. Dort gibt es heute noch die Wörter in dieser Phonetik: „min“ (mit langem „i“) für „mein“, „eime“ (phon: „e-ime“ mit „e“ - nicht „aime“ mit „a“ ausgesprochen) für „einem“, „Schte-in“ (und nicht „Ssstain“ mit „ssspitzem Ssst...“) für „Stein“, „dehe-inen“ für „keinen andern als“, das sagt man dort noch heute, „drüü“ für „drei“, „Hus“ für „Haus“ usw., die „K“ und „CH“ alle als hartes „Cch“ wie im Wort „Cchaibe“ (die Schwaben werden von uns oft als „Chaibe“ beschimpft, „Chaibe“ meint ungezogene, freche Burschen), das „a“ sehr dunkel und mehr als „offenes „o“ gesprochen. Und plötzlich wird hörbar, daß dies dem heutigen Allemanisch äußerst ähnlich klingt, ja fast noch allemanisch ist, hier der Versuch einer phonetischen Schreibweise (mit Kommentaren) in reinem heutigem allemanisch:

    Icch sass uff ëime Schtëine
    und dochte - Bëin mit Bëine. (waischt scho: dos miint d'Fies überenondergschlogge)
    doruff sotzt icch den Ellenboggen
    - icch hätt Es in miin Hand geschmoggen (die Schwobe sägget „gschmiegt“)
    das Kchin und ëin miin Wange.

    Do docht icch mir viel lange
    wie man zur Werlte sullte lebben.
    Dehëinen („dehe-inen“: des chascht it übrsatze uff düütsch, sell miint: „kchein Andere als...“)
    Dehëinen Rot kchunnt icch gegebben
    wie man drüü Ding erwurbe (waischt scho: „eis, zwei drüü...“)
    des kchëines niccht verdurbe...

    Und plötzlich wird der priore Einfluß des Allemanischen auf die mittelhochdeutsche Sprache auch hörbar, da Walter von der Vogelweide offensichtlich allemanisch (also schweizerisch) gesprochen hat, nebenbei wird hörbar, daß allemanisch und schwäbisch zwei völlig verschiedene Sprachen sind obwohl viele Norddeutsche diese beiden oft verwechseln. In der Phonetik sind allemanisch, sächsich, bayerisch und selbst österreichisch mit ihrem e-inmal oder eenmal, zwe-imal oder zweemal, ke-in oder keen usw. miteinander ähnlicher als mit dem schwäbischen: o-iner, zwo-i, ko-in...). Schwäbisch ist ein völlig fremder Dialekt im süddeutschen Sprachgebiet, die Sueben sind eben auch erst sehr spät (vielleicht erst um 800 n.Chr.) gen Stuttgart vorgerückt. Erst ab dem 11. Jahrhundert wird Schwäbisch und Allemanisch miteinander verwechselt, vorher (seit etwa 260 n.Chr.) hieß dieses Gebiet nur „Alamania“, Suebicum dagegen lag an und südlich der heutigen Ostsee (lat. mare suebicum = Schwäbisches Meer).

    Ein schönes Beispiel der mittelhochdeutschen Sprache aus Niedersachsen um 1170 n.Chr. ist das "Rolandslied" (von Konrad der Pfaffe), hier ist Mittelhochdeutsch an den alt-allemanischen Begriffen leicht herauszulesen, man muß es nur mit einem "schwyzerdüütschen" (allemanischen) Akzent lesen.
    Ebenso muß man die Dichtungen von Walter von der Vogelweide muß man im sogen. "schwytzerdüütsch) sprechen. Als ich in der Schule dieses Gedicht lernte hatten wir eine niederdeutsche Lehrerin, sie sagte: Ich saß uff aime Staine (mit spitzem ST) und dachte Bain mit Baine
    daruff satzt ich den Ellenboogen, ich hehtes in die Hand gesmoogen
    das Kinn und ain min Wange...

    Schon der mittelhochdeutsche (allemanische) Dichter Walter von der Vogelweide dichtete:
    (um das im Rachen gesprochene "ch" phonetisch zu markieren benutze ich hier die Schreibweise "cch")
    Weitere Beispiele finden wir in der Dichtung der Nibelungen:

    "Es wuochs in Burgonden ëin vill eddel Maggedin, des in allen Landen niccht schöner cchunnte siin..."
    oder bei Karl Orff's Karmina Burana:
    "Chume chume Geselle miin..."
    und in dem mittehochdeutschen Minnesang:
    "Icch bin Diin
    Du bischt miin
    Du bischt beschloszen in miinem Herzen.
    Verloren isch das Schluszelliin
    Nun muëscht Du immer drinne siin."

    In den allemanischen Ländern (Schwarzwald, Baden, Elsaß und Schweiz) nennt man die übrigen Deutschen „drüben“ (das meint hinter dem Schwarzwald, also auch außerhalb des Limes) abwertend auch gerne „Schwaben“, was darin begründet liegt, daß die Sueben rund um die Ostsee (das „Mare Suebicum“), also im Norden siedelten. Die Düütsche (die Deutschen) meint nicht nur die Schwaben, sondern alle Deutschen insgesamt und früher die Reichsdeutschen überhaupt, also auch die Königsberger, Berliner und Ostfriesen. Ganz Deutschland - ein einziges Schwabenland also ( fragt Konrad Sonntag). Das „schwäbische Meer“ wäre also gar nicht der Bodensee sondern die Ostsee? Dazu witzeln die Allemanen gerne, daß die Schwaben nur 7 km der Küste besiedeln (rund um Lindau), während die Allemanen (in Baden, der Schweiz und Österreich) 260 km besiedeln: „Und wenn d' ebbs gschdohle hasch dann schicks glei hoim...“ Übrigens gebrauchen auch die Polen das Schimpfwort „Schwobe“ für die Deutschen. Es bringt einen Allemanen immer zum Lachen, wenn sich die Schwaben heute gerne mit „allemanischer Kultur“ schmücken, nur weil Baden und Württemberg inzwischen ein Bundesland ist, sie - die Schwaben - verkörpern aber eigentlich das Andere, d.h. das eben Nicht-Allemanische. Die Verwechslung von Allemanen und Schwaben hat aber eine lange Geschichte. Im Süden Württembergs (südlich der Donau, also innerhalb des ehem. Limes) ist die Sprache und sind die Gebräuche in der Tat eher allemanisch. Das typisch Schwäbische in Gebräuchen und in der Sprache ist auch weniger in Württemberg heimisch als eher in Bayrisch-Schwaben, also nördlich der Donau. In der unterschiedlichen Entwicklung der Kulturen steckt eine historische Rivalität, die heutige Rivalät der beiden ist jedoch gar nicht mehr bösartig sondern eher humorvoll zu nehmen, denn im Kern sind die beiden Geschwister, schon weil die alten Allemanen nichts anderes als ein „Vortrupp“ der Ermionen (also der vorwiegend Sueben) waren.

    In den norddeutschen Ländern kennt man die Bezeichnung „allemanisch“ kaum oder verwechselt sie gar mit schwäbisch (für einen echten Allemanen geradezu beleidigend), im Norden wird heutzutage „Allemanisch“ einfach als „Schweizerdeutsch“ bezeichnet, dieses aber wird nicht nur in der Schweiz sondern auch im Schwarzwald (besonders südlich der Kinzig) und in den Vogesen (Elsaß) gesprochen, allemanisch geht etwa von Burgund und Elsaß Richtung Osten entlang nördlich der Alpen und Voralpen über: Schwarzwald, Baden und südliches Württemberg (mit Ausnahme des nördlichen fränkischen Teils), die deutschsprachige Schweiz, das österreichische Vorarlberg, das Fürstentum Liechtenstein, den westlichen Teil des Bundeslandes Bayern (Augsburg) bis etwa zum Lech und sogar bis Tirol, also nördlich der Alpen entlang (teilweise auch südlich), erkennbar am harten „CH“ anstelle von „K“. Ich selbst bin im Schwarzwald aufgewachsen und liebe die allemanische Sprache, die Familie kommt aus dem Südschwarzwald / Breisgau. Ich habe als Schauspieler das schöne Allemanisch leider zu wenig gepflegt, wer bühnendeutsch spricht, muß sich den Dialekt (und besonders einen in Aussprache und Sprachmelodie so völlig abweichenden) völlig abgewöhnen: man kann nicht nur wenige Stunden am Tag bühnendeutsch sprechen, den Rest des Tages aber Dialekt, nein: man muß selbst bühnendeutsch träumen und sogar die stummen Selbstgespräche in Bühnendeutsch führen, sonst geht dieser Dialekt nicht weg.

    Es gibt in Freiburg/Brsg. eine Muëttersproch-Gsellschaft (gesprochen nicht Mütter... sondern Mu-ëtter...), und die Elsässer, Schweizer und Schwarzwälder finden sich darin regelmäßig zusammen zur Pflege des Allemanischen. Es gibt vielerlei wunderbare allemanische Dichtung: Johann Peter Hebel, der badische Maler Hans Thoma (er hat die Bibel ins Allemanische übersetzt), der Lyriker Karl Kurrus. Es gibt viele bekannte allemanische Volkslieder (wie „Chume chume Geselle min“ u.a. - siehe auch "Carmina Burana" von Karl Orff), Kunstlieder und Gedichte in großer Zahl, nicht zuletzt von Walter von der Vogelweide. Viele Wörter der allemanischen Sprache gibt es im Norddeutschen gar nicht. Einige Beispiele:

  • „gambeln“ („Maidle gamble id esso, Hollaladio, Holladio, s'Gamble wird d'r scho vergoh...“ ein allemanischer Jodler) - Gamba (ital.) ist die „Kniegeige“ (wird mit den Knien gehalten, heutiger Nachfolger ist das Cello), „gambeln“ bedeutet, mit den Beinen zu baumeln, „esso“ für „so“ (Betonung auf der ersten Silbe wie im spanischen): „...esso isch's Le-aba“ ( = so ist das Leben)
  • „abichaie“ heißt: „herunterfallen“ („abi“ = „abwärts“), „chaie“ (von lat. „cadere“, span „caer“ ) = „fallen“
  • der „Anken“ (kommt aus dem Hunnischen / Mongolischen, die Hunnen siedelten in der Gegend von Lörrach bis Burgund) für die „Butter“ (auch daher sagt man im allemannischen zur Butter öfter: „der Butter”)
  • „seller“ („selle“, „selles“) heißt „derjenige“, „diejenige“, „dasjenige“ - vgl. frz. „celui“, „cela“, „celles“, „sell“ heißt: „das“
  • „jazze“ („jazzen“ = zwicken, herumtollen): „dr Schuh jazzt mi“ heißt: der Schuh drückt mich - oder: „muëscht id so rumjazze“ heißt: du mußt nicht so wild herumtollen). Die Norddeutschen kennen „jazzen“ nur aus dem Amerikanischen Jazz (wilde Musik).

    Es gibt unzählige weitere Beispiele. Die aus dem Lateinischen kommenden deutschen Wörter (Lehnwörter) stammen vermutlich aus dem „Behördenlatein“ (Käsar und Kikero usw.), die romanischen Sprachen beruhen eher auf dem Soldatenlatein.

    In einigen wenigen Beispielen Unterschiede zwischen dem heutigen schwäbischen Dialekt und der allemanischen Sprache:
    hochdeutsch: schwäbisch: allemanisch:
    Kirchendach Kirchedächle Chilchidochli
    Kleid Kleid Häs
    Küchenschrank Kicheschränkle Chuchichaschtli
    daheim dehoim z'hus
    nur noch bloß no numme
    haben Sie... habbet Se... hond Se... (oder hän Se...)
    keinen anderen koin andre deheinen
    Butter Bütterle Ankche
    Seite Seite Site
    gewesen (Hilfsverb wesen) gwäa (gewest) gsi (geseint)

    Im Schwarzwald erzählt man sich einen Witz über die Schwaben:

    Ein Preuße sitzt im Zug aus der Schweiz nach Deutschland, ein freundlicher Schwarzwälder fragt ihn: „z'Züri gsi?“
    Der Preuße zuckt verständnislos die Achseln.
    Der freundliche Schwarzwälder fragt ein zweitesmal etwas deutlicher: „z'Züri gsi?“
    Der Preuße zuckt verständnislos die Achseln.
    Der freundliche Schwarzwälder fragt ein drittesmal wie einen Schwerhörigen:
    „z' - Züri - gsi?“
    Der Preuße zuckt immer noch verständnislos die Achseln.
    Da mischt sich ein Schwabe ein: „Ha - der moint gwäa...“

    Zum Allemanischen und Schwäbischen, deren Völkerwanderung und Entwicklung, Kultur- und Sprachunterschiede finden Sie wie bereits erwähnt einen interessanten und ausführlichen Artikel in „Allemanisch dunkt üs guët“ (1984). Darin auch ein Gedicht über die Herkunft der Allemanen (ursprünglich aus dem Ural), die wenigsten Deutschen werden das vermutlich verstehen. Wer nach der Lektüre immer noch Allemanisch mit Schwäbisch verwechselt der muß auch Österreichisch mit Sächsisch oder Friesisch verwechseln... Was aber auch wahr ist und was die heutigen Allemanen kaum wahrhaben wollen: die Alamanni waren im Kern ein Vortrupp der Sueben: rothaarige großwüchsige Germanen, die sich mit anderen Germanen zusammengerottet haben. Der Alemanen-Name hat sich zunächst durchgesetzt, in den schriftlichen Zeugnissen nach dem 7.Jh. taucht wiederum der Name Sueben auf.

    Noch eine interessante linguistische Erforschung macht uns die Priorität des Allemanischen deutlich: in ganz Europa sagt man „Haus“ oder „house“ usw. Dabei wird ein „s“ gesprochen. Englisch ist ja angelsächsisch und ursprünglich ein niederdeutscher Dialekt. Im Englischen hat aber die „althochdeutsche Lautverschiebung“ von „t“ nach „s“ bzw. „z“ und von „p“ nach „pf“ bzw. „f“ usw. gar nicht stattgefunden. Die Engländer müßten also eigentlich sagen „hout“, sie sagen ja auch „tonguë“ (Zunge) und nicht „zongue“. Woher kommt das?

    "Hus" (Haus, house, huis) kommt aus dem Baustil der frühen Gotik (Hohenstaufen-Stil) und der späten Gotik in der deutschen Architektur und einer wachsenden Stadtgesellschaft. Die Häuser waren sehr stabil (Fachwerk) gebaut und wurden Vorbild für ganz Europa. Das „Haus“ wurde allemanisch „Hus“ genannt. Dieses Wort wurde in ganz Europa (nicht in Frankreich) einfach als Fremdwort übernommen. Daraus entwickelten sich also „Haus“ (dt.), „house“ (engl.), „huise“ (holl.) usw. (hingegen ist z.B. die „Maus“ - „mouse“ ein lat. Fremd- oder Lehnwort: mus, muris). Es war also nicht nur die Sprache sondern die gesamte Kultur dieser Zeit, die eine bestimmende Ausstrahlung hatte. Im Französischen heißt das Haus übrigens „maison“, das heißt aber ebenso „Wohnung“. Ein „Haus“ ohne einen Bezug auf „Wohnung“ gibt es nicht. Dazu gibt es sicherlich noch viel mehr zu sagen, dieses überlasse ich an dieser Stelle aber den Romanisten.

    Neuhochdeutsch (etwa seit 1500)

    In Luthers Bibeldruck von 1544 heißt es: Dein Name werde geheiliget. Dein Reich kome. Dein Wille geschehe auff Erden wie im Himel, und so steht es auch heute noch, mit geänderter Rechtschreibung, in den Ausgaben der Luther-Bibel.

    Man erkennt sofort, daß die Entwicklung der Sprache in Stufen vor sich geht. Die vollen Endvokale des Textes von 825 (namo, willo, erdu, rihhi, giheilagot) sind um 1200 zu „e“ geworden oder verschwunden (name, wille, erde, rich, geheiliget). Der Umlaut „e-i“ mit „e“ gesprochen wurde nun als „ai“ mit „a“ gesprochen (phon: „e-in“ wird „ain“, „Stein“ wird „Stain“ usw.) Aber das lange „i“ der betonten Silbe (din, rihhi) zeigt sich erst bei Luther als „ei“ (dein, Reich), wie wir es heute noch sprechen. Auch Wortlaut und Wortfolge der drei Texte sind verschieden; aber darauf wollen wir nicht eingehen.

    Dagegen kommen wir hier auf einen Begriff, den nur die deutsche Sprache kennt: Schriftdeutsch. Es gibt weder Schriftenglisch noch Schriftfranzösisch noch Schriftspanisch. Das liegt daran, daß diese Sprachen meist durch den Dialekt der Hauptstädte (in England durch Kulturzentren wie Oxford / Cambridge) bestimmt wurden (nicht zuletzt rührt daher der Sprachenstreit der spanischen Catalanen, denn Hochspanisch ist nichts anderes als kastilianisch, und das ist der Dialekt aus Madrid / Kastilien). Dieses kommt daher, daß die erste neudeutsche Veröffentlichung Luthers Bibel war, und diese war nicht nur das erste in neuhochdeutsch verfaßte Werk und der erste Bestseller, sondern es wurde nur schriftlich verbreitet, nicht mündlich. Jeder sprach dieses neue Deutsch also unterschiedlich aus. Darüber sind wir übrigen Deutschen heute sehr glücklich, denn wäre die Sprache mündlich verbreitet worden, wäre Hochdeutsch heute der sächsische Dialekt. Luther griff auf die sächsische Amtssprache zurück („Meißnisches Deutsch“). Zum zweitenmal begegnet uns hier die Behördensprache, die für das Deutsche ausschlaggebend wurde. Wir Deutschen (und schon die Germanen) haben's halt mit der Behörde...

    Luther fand in der Sprache der Meißener Kanzlei bereits Schreibformen vor, die weithin bekannt waren. Seine und seiner Parteigänger Schriften wurden überall gelesen. Bald wurde das „Meißnische Deutsch“ im ganzen Sprachgebiet verstanden, allerdings nicht überall angenommen. Im katholischen Süden wurde ihm noch lange die „Reichssprache“ der Wiener Kanzlei entgegengesetzt, und Köln blieb bei seinem mittelfränkischen Dialekt.

    Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) bedeutete auch kulturell einen tiefen Einschnitt. Danach lebte - im Zeitalter des Absolutismus - die Fürstenherrlichkeit noch einmal auf. Aber die Sprache der Höfe ist französisch. Das Meißnische Deutsch wird vornehmlich von protestantischen Geistlichen, Gelehrten und Dichtern gepflegt. Als dann die „Grundlegung einer deutschen Sprachkunst“ des Leipziger Professors Gottsched auch in Österreich als Lehrbuch der deutschen Sprache anerkannt wird, ist der Weg zu einer einheitlichen deutschen Schriftsprache geebnet. Zu ihrer vollen Ausbildung tragen dann die Dichter und Denker von Lessing bis Goethe das meiste bei. Sie und ihre Zeitgenossen legen den Grund zu der allgemeinen Schriftsprache des 19. Jahrhunderts.

    Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann in Deutschland die Industrialisierung. Mit den Arbeitermassen, die die Industrie aus den damals übervölkerten Landgebieten anzog, entstanden mit unvorstellbarer Geschwindigkeit die neuen Großstädte. Im Jahre 1870 gab es im Reichsgebiet nur acht Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, bis 1910 war ihre Zahl auf 48 angewachsen. Die Neubürger, mittellos zugewandert, hatten in bitterer Not um ihren Lebensunterhalt zu ringen. Die sozialen Spannungen, die sich daraus ergaben, brauchen hier nur angedeutet zu werden. Schritt für Schritt erkämpften sie sich ihre Rechte in der Industriegesellschaft, erstritten sich ihren Anteil am öffentlichen Leben und an den allgemeinen Bildungsmöglichkeiten. Auch die rasch wachsende Teilnahme der Frauen am Berufsleben und ihr Einbruch in die „Arbeitswelt der Männer“ ist eine späte Folge der sozialen Umwälzungen.

    Bis zum Ende des Kaiserreichs im Jahr 1918 herrschten im politischen und kulturellen Leben und auch im Gebrauch der Schriftsprache die bürgerlichen Traditionen vor. Seitdem ist nach dem Zusammenbruch der Monarchie und der Revolution von 1918 eine neu strukturierte Gesellschaft erstanden, in der die alten Standesunterschiede keine Rolle mehr spielen. Nach einigen Jahrzehnten des Überganges leben wir seit dem Neubeginn im Jahre 1945 in einer Gesamtgesellschaft, die man nicht mehr im traditionellen Sinne „bürgerlich“ nennen kann. Noch hat diese neue Gesellschaft ihre eigene, endgültige Form nicht gefunden. Die Suche danach zeigt sich jedoch in der oft krassen Abkehr der Jugend vom Hergebrachten, an dessen Stelle sie einstweilen das Experiment mit neuen Möglichkeiten setzt (heute z.B. „denglisch“).

    Auf diese Entwicklung antwortet, wie zu jeder anderen Zeit, auch unsere Sprache. Schiller und Goethe, Sprachmuster für die Schulerziehung der bürgerlichen Zeit, sind für unsere heutige Sprachgestaltung keine Vorbilder mehr. Die Sprache unserer Gegenwart ist direkter und derber geworden. Die Schriftsteller „nennen die Dinge beim Namen“, sie verhüllen nichts, und die Schriftsprache von heute nähert sich der Sprache des Alltags, von der sie im bürgerlichen 19. Jahrhundert weit entfernt war.

    Den Fachmann erinnert das Sprachgeschehen unserer Tage an die Anfänge der frühneuhochdeutschen Zeit. Damals forderte im sozialen Umbruch die junge Gesellschaftsschicht der Stadtbürger ihr Recht. Auch sie fand nicht sogleich die ihr angemessenen Lebensformen, und in ihrer einfachen, anfangs oft groben und unflätigen Sprache meint man den Protest gegen das überfeinerte Deutsch der Adelsgesellschaft zu spüren. Derber Spott und bissige Satire, mit denen die hergebrachten Lebensformen gegeißelt werden, lassen erkennen, daß auch damals an der „heilen Welt“ der alten Gesellschaft heftig Kritik geübt wurde.

    Viele der sprachlichen Neuerungen machen auch an der kulturellen Grenze zwischen den alten Bundesländern und den neuen Bundesländern nicht halt. Was hüben und drüben voneinander abweicht, sind jedoch geringfügige Unterschiede, wie sie auch gegenüber der deutschen Sprache in Österreich, in der Schweiz und in Luxemburg und sogar zwischen Nord- und Süddeutschland bestehen. Das tut der übernationalen Einheit der deutschen Sprache keinen Abbruch.

    Jedoch: wir täten gut daran, die Sprache der heutigen Schriftsteller (und Kabarettisten) ernstzunehmen und aufzuwerten, denn sie geißeln zwar, aber sie wollen mit Sprache umgehen und sie gestalten, sie haben ja auch vorwiegend nur die Sprache als Ausdrucksmittel. Sie fühlen sich aber verantwortlich für die erheblichen Folgen des Sprachgebrauchs.

    Das heutige Deutsch


    Die heutige hochdeutsche Aussprache ist immer noch im Wandel, sie ist nicht amtlich festgelegt wie z.B. im Französischen durch die "Academie francaise". Erst seit es die Massenmedien (Rundfunk und Fernsehen) gibt, haben wir einheitliche Hörbeispiele der Aussprache. Besonders gute und vorbildliche Aussprache des Hochdeutschen finden wir heute im "Bühnendeutsch" und im Synchron: großartige Schauspieler wie Claus Biederstedt (Humphry Boghard, Columbo u.v.a.), Peer Schmid, Harald Juhnke, Manfred Lehmann (J.P. Belmondo u.v.a.), Thomas Braut, Christian Brückner, Matthias Habicht, Peter Schiff, Arnold Marquis, Volker Brandt und andere, deren Namen das Publikum kaum registriert, sprechen vorbildliches Bühnendeutsch, besser: Mikrophondeutsch, von dem der Nachwuchs lernen sollte. Auch Nachrichtensprecher in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD (Jan Hofer usw.) und ZDF, in einigen privaten Fernsehprogrammen dagegen geschieht eine Sprachverhunzung ("zusammengekommt", "gevereingt", "Denkmäler" statt "Denkmale", Feuerwehrmänner statt Feuerwehrleute, Kaufmänner statt Kaufleute und simile, Stadium statt Stadion und umgekehrt und sinnloses denglisch wie seit neuestem "producer" - Produker? - statt Produzent und andere denglische Sprachmonster). Außerdem wird genäselt und maniriert gesprochen. Hier ist die Beherrschung und Aussprache des Deutschen auf das unterste Niveau gesunken, abgesehen von wenigen Ausnahmen (vielleicht Ulrich Meyer u.a.), besonders weil da auch mehr "gesungen wird und nicht gesprochen". Umsomehr bräuchten wir endlich eine deutsche Instanz, die diese Aussprache und auch die Rechtschreibung unabhängig von der Gesetzgebung überwacht und festlegt wie etwa die „Académie française“, in England sind dies eher Wissenzentren wie Cambridge oder Oxford. Der Verein der deutschen Sprache setzt sich ein für eine Deutsche Akademie in diesem Sinne (Rolf Hochhuth). Gutes Hochdeutsch hören wir auch bei den Nachrichtensprechern (nicht immer bei den Redakteuren bzw. Kommentatoren, auch nicht bei den Reportern) der ARD und des ZDF, bei vielen Privatsendern wird leider furchtbares Deutsch gesprochen, meistens wird genäselt oder künstlich betont und gesungen („FilmFilm“ - in „Saddaaaaains“), ganz zu schweigen von Berlin-TV, wo ich einen Reporter dauernd sprechen hörte vom „Olympiastadium“ (anstatt „Stadion“). Leider hat auch die Werbung vorwiegend singenden und näselnden Charakter und bedient sich eines Schimpansendeutschs, die einem um die deutsche Sprache bemühten Zuhörer das Grauen lehrt. Leider hat diese Werbung eine Vorbildfunktion, deren sie nicht wert ist. Umsomehr wäre eine "Deutsche Akademie" vonnöten, wie sie z.B. auch Rolf Hochhuth einfordert.

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    Fortsetzungen:

    1. Die Eigenart der deutschen Sprache
    2. Die Entwicklung des deutschen Wortschatzes
    3. Aus der Geschichte des südwestdeutschen Sprachgebiets
    4. Deutsch aus österreichischer Sicht (Studentenrede)
    5. Deutsch aus englischer Sicht (von Elisabeth Fraser)
    6. Sprachgeschichte (Uni Kiel)
    7. Siehe auch: Sprüche zur (deutschen) Sprache

    Quellen:
    Heinz Mettke. Mittelhochdeutsche Grammatik. Leipzig 1989
    dtv-Atlas zur deutschen Sprache
    Brockhaus
    Deutsch aus englischer Sicht“ von Elisabeth Fraser, Verein der deutschen Sprache
    www.deutsche-kultur-international.de
    www.lateinforum.de/limes.htm
    Aus der Geschichte des südwestdeutschen Sprachgebiets“ von Konrad Sonntag in „Allemanisch dunkt üs guët“, Heft III/IV 1984 (eine Veröffentlichung der MUËTTERSPROCH-Gsellschaft
    Sprachbuch A/B 10, Ernst Klett Verlag Stuttgart


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