nicht: "... ich verleihe meinem Bedauern Ausdruck ...."
sondern: "Ich bedaure ..."
keine "Ungen"
"Verbale Kommunikation" hat zu tun mit dem Wort "Verb" (Tätigkeitswort).
Verben animieren den Zuhörer. Verben sind die Seele des Satzes. Substantivierte Verben wirken
spröde, holprig und ungenau. Wenn die Texte mit "gemacht" und "durchgeführt" gespickt sind, dann "ungen" sie bestimmt auch.
nicht:: "Die Durchführung der Aufführung des Theaterstückes erfolgte durch die Studenten.
sondern: "Die Studenten führten das Theaterstück auf".
Kein "Polizistendeutsch":
nicht: "Ich habe eine Annäherung unternommen..."
sondern: "Ich näherte mich..."
nicht: Der Mann hat die Aussage getätigt...
sondern: Der Mann hat ausgesagt...
nicht: Ich habe eine Verbringung des Mannes ins Revier gemacht.
sondern: Ich habe den Mann ins Revier gebracht.
(ob Polizisten ins Revier machen ist deren internes Problem).
nicht: "Es wurde eben gesagt..."
sondern: "Mein Vorredner (oder Name) hat eben gesagt..."
Wenn Sie ein schönes, treffendes Verb gefunden haben, sollten Sie es nicht durch eine Passivkonstruktion "vergewaltigen", denn Passivsätze machen einen Artikel
steif und langweilig.
nicht: "Die Ampel wurde von dem Autofahrer übersehen."
sondern: "Der Autofahrer übersah die Ampel."
Der Satz in aktiver Form klingt dagegen viel flüssiger und benennt den "Täter"
nicht: "Machen Sie eine Reise nach Dresden!"
sondern: "Reisen Sie nach Dresden!"
nicht: "... da lief mir ein Tier über den Weg."
sondern: "... ein Hund / ein Hase / ein Reh ..."
nicht: "Das Ding war mindestens 100 Meter hoch."
sondern: "Die Rauchwolke stand mindestens 100 Meter hoch ..."
Fangen Sie Ihre Rede niemals an mit "Also..." oder "Nun..." oder "Tja..."!
Wenn Sie das Rednerpult erreicht haben schauen Sie sich Ihr Publikum erst einmal in aller Ruhe an. Dann
atmen Sie tief durch. Dann können Sie das Wort "Also" oder "Nun" oder "Tja..." zwar denken, aber sprechen Sie es nicht aus. Atmen Sie lieber nochmal durch. Dann beginnen Sie zu reden.
Fangen Sie nicht jeden Satz oder Nebensatz mit "also" oder "nun" an, das verwirrt nur.
Das Wort "also" kann höchstens kausal verwendet werden:
"dies ist erstens so..., jenes ist zweitens so... also folgert daraus..."
Dürfen Sie wirklich?
nicht: "Dürfte ich Sie einen Moment um Ihre Aufmerksamkeit bitten?"
sondern: "Ich bitte Sie um Ihre Aufmerksamkeit!"
Würden Sie?
nicht: "Ich würde meinen, daß der blaue Anzug Ihnen besser steht ..."
sondern: "Ich meine, der blaue Anzug ..."
Hier wirkt die Verwendung der Modewörter besonders lebensecht und kann sogar ruhig dick aufgetragen werden!
Fachbegriffe der Kommunikation sind keine Modewörter sondern Fachbegriffe.
Allerdings: "performance" (das heißt: Ablauf / Verrichtung / Leistung / Vollzug / Vortrag / Vorstellung / Aufführung / Leistung / Werk - was von dem allem ist damit gemeint?) und "strategy" ("Strätedschie") muß z.B. nicht sein, besser: Strategie, dieses Wort ist älter als die USA. Aber "timing" kann ich nicht übersetzen, Pullover und Overall auch nicht (das gibt es übrigens im Englischen gar nicht) und Handy versteht kein Engländer, klingt aber lustig und zutreffend ("...hän die koi Schnur meh?") ...
Fallen Sie nicht auf modische Ausdrucksweisen rein, die gerade Masche sind:
nicht: "Dschörnalist" sondern "Journalist",
nicht "Dschörnel" sondern "Journal",
nicht "Dschöry" sondern "Jury", diese Wörter kommen nämlich aus dem Französischen, und dort wird das "j" mit lieblich stimmhaftem, weichem "sch" ausgesprochen ohne ein "d" vornedran, wie dies die sprechfaulen Amerikaner gerne so aussprechen, das ist für mich nur "affig" und eine Masche - maniriert, zeigt Unkenntnis der Sprache und macht unglaubwürdig - (momentan ist dies leider weit verbreitet selbst bei ansonsten ernstzunehmenden Leuten), schreckt aber jene ab, die Sprache ernst nehmen und lieben und über die Herkunft der Wörter besser nachgedacht haben, und auch jene sollen doch überzeugt werden.
Wer "Dschöri" sagt müßte folgerichtig auch "Dschöstis" und "Dschöstisminister" sagen und anstatt Justizia "Dschöstäïschäï".
Derlei Aussprache klingt wie eine Sprachbehinderung...
Sie müssen auch nicht sagen "browser" für Brauser (wie "iExploer" oder "Firefox" o.ä.) wenn Sie durch das Internetz brausen. Das Wort Brauser ist älter als das Internetz: es gibt Fahrradbrauser, Motorradbrauser, Internetz-Brauser, Leute die durch die Welt brausen, aufbrausen, Brausetabletten usw.
Sie müssen auch nicht sagen "internett", Sie sagen ja auch nicht "Fischernett" oder "Spinnennett" oder "Haarnett". Ich halte das alles eine Masche und für affig. Im Gegensatz zu den Angelsachsen hatten wir nämlich von 800 bis etwa 1100 n.Chr. eine Lautumwandlung von "t" zu "z" usw. (siehe Entstehung der deutschen Sprache): Fischernetz, Haarnetz, Internetz, Spinnen-Netz usw.
nicht: "Ich kann Ihnen dazu sagen ..."
sondern: "Sie werden sehen ..."
2*) Es gibt das verallgemeinernde ‘du’: "du denkst, dich tritt ein Pferd ...". - In dieser Form gilt für das ‘du’ dasselbe wie für das ‘man’, in einer guten Rhetorik sollte es vermieden werden (es sei denn als Zitat siehe Punkt 9).
Es gibt auch das ‘du’ unter Freunden, Genossen (z. B. in der SPD), in Clubs oder Freundschaftszirkeln. Wo das Duzen üblich ist und man ‘unter sich’ ist (auch wenn die Öffentlichkeit zuhört, jedoch nicht teilnimmt), kann und sollte man selbstverständlich duzen. Ansonsten jedoch wirkt das ‘Du’ eher anbiedernd, ist das Siezen höflicher und wirkungsvoller, da es alle miteinbezieht, auch Nichtgenossen, Nichtfreunde und die Gegner des Duzens. (Ich selbst bin ein Freund des Duzens, habe aber viele Freunde, mit denen ich mich genauso gut sieze.)